Und täglich grüßt das Murmeltier

"Verrückt ist, wer immer wieder das gleiche tut und ein anderes ergebnis erwartet." (James Robbins)
 Das ist wohl eine Kategorie in der wir unsere Politiker einstufen müssen.
Nachdem 2010 schon das erste Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt wurde und im letzten Jahr sogar der Europäische Gerichtshof erklärt hat, dass die Vorratsdatenspeicherungsrichtlinie gegen Grundrechte verstößt, kann man nur von Wahnsinn reden dem die Politiker verfallen sind jetzt einen erneuten Anlauf zu probieren.
Ganz egal wie man nun zur Vorratsdatenspeicherung steht eines steht fest, eine anlasslose Massenüberwachung von Kommunikationsdaten stellt eine Umkehrung des Grundprinzipes der Rechtstaatlichkeit dar.
In diesem Grundprinzip heißt es das jeder Mensch unschuldig ist bis seine Schuld bewiesen wurde. Eine Massenüberwachung die davon ausgeht, du könntest Schuld haben also überwachen wir dich, ist eine perfide und sehr gefährliche Umdeutung und Umkehrung dieser Unschuldsvermutung. Diese Umkehrung ist der erste Schritt hin zu einem Polizeistaat.
Wenn nicht mehr auf konkreten Verdacht überwacht wird, sondern grundsätzlich jeder erst einmal als potentieller Täter oder Terrorist angesehen wird, dann läuft doch gewaltig was schief in diesem Land.

Was wird gespeichert ?

Ich erinnere hier gerne an das hervorragende Video "Du bist Terrorist" .
Das erschreckende an diesem Video ist die Aktualität, denn im Grunde ist das Vorratsdatenspeicherung 2.0 Gesetz nichts anderes als eine kleine Modifizierung des ersten VDS Gesetzes. 10 Wochen sollen demnach Metadaten (wer mit wem telefoniert hat) gespeichert werden und 4 Wochen die Standortdaten (also wo). Diese Daten lassen sich natürlich ohne große Mühe miteinander verknüpfen und so Bewegungsprofile erstellen.
Die Problematik was mit besonderen Geheimnisträgern (Presse, Anwalt, usw.) passieren soll wurde zwar angegangen, aber lediglich darauf beschränkt ihnen einen besonderen Schutz zu versprechen. Technisch ist es sowieso unmöglich solche Daten herauszufiltern, es sei denn man legt eine riesige Datenbank an, bei der sich Geheimnisträger mit ihren Telefonen & Smartphones registrieren um von der Überwachung ausgeschlossen zu werden.
Eine Unsinnige Idee zugegebenermaßen, aber das erschreckende ist das diese glatt von unseren Politikern stammen könnte.
Neben Metadaten zu Telefonanrufen sollen auch IP Adressen gespeichert werden. Was in der IPv4 Welt wohlmöglich noch begründet sein könnte, da diese Adressen sich bei den meisten Internetanschlüssen andauernd ändern und so eine mögliche gravierende Straftat einem bestimmten Anschluss zugewiesen werden kann, sieht in der IPv6 Welt komplett anders aus.
Zur Erinnerung in der IPv6 Welt könnte man jedem Menschen in der Welt jedem einzelnen Zahn den er im Mund hat oder hatte eine eigene IP Adresse zuweisen, da soviele vorhanden sind. Und diese Adressen ändern sich im Regelfall auch nicht.
Bei zunehmend vernetzten Geräten (TV-Geräten, Uhren, Lampen, ...) ist es also nur eine Frage der Zeit bis in den Datenbanken, dann ganz genau eine Liste auftaucht von Geräten die wir in unserem Besitz haben.

Was ist so schlimm daran ?

Die Politiker versuchen uns immer noch weiß zu machen, dass nur sehr wenig fast scheinbar unbrauchbare Daten erhoben werden. Wenn diese Daten so unbrauchbar sind, warum sollen diese denn überhaupt erhoben werden?
Es ist ganz einfach weil diese Daten sehr sehr viel über uns verraten können, wenn man diese ordentlich miteinander verknüpft.
So wird es ein leichtes mehr über eine betreffende Person herauszufinden. Die Verknüpfung von Metadaten hinzu Bewegungsprofilen ist dabei nur der erste Schritt. Mit einer gezielten Liste von Gegenständen die in einem Haushalt stehen und mit dem Internetverbunden sind, lässt sich mit Leichtigkeit beispielsweise herausfinden, dass jemand ein Musiker ist, wenn er ein E-Piano zu Hause stehen hat, mit Musikfirmen telefoniert und dabei immer um Musikläden herumschleicht.
Aber wenn ich nichts verbrochen habe dann habe ich doch nichts zu befürchten ?
Das ist ein Trugschluß.
Man stelle sich nur vor man bekommt einen Anruf von jemand unbekanntes der sich aus Zufall einfach verwählt hat. Man denkt sich dabei nichts böses, aber dies könnte der erste Schritt dafür sein, dass einen die Behörden genauer untersuchen und die Vorratsdaten auswerten.
Die Wahrscheinlichkeit ist zwar gering, aber es ist dennoch möglich, dass derjenige ein Terrorist oder sonstiger Krimineller gewesen war, der schwerste Straftaten begangen hat. Die Polizei will ihn so schnell wie möglich schnappen und kennt auch schon den Namen und die Anschrift, bei der sie ihn aber nicht vorfinden. Also gehen sie zu einem Richter lassen sich schnell eine Genehmigung geben um an die Vorratsdaten heranzukommen und schauen sich dann in den Vorratsdaten um und stoßen so auch auf dich, dessen Vorratsdaten dann auch untersucht werden. Und wenn du ganz zufällig, dann auch im gleichen Supermarkt regelmäßig einkaufen gehst, wie der verdächtige Kriminelle wirst du Schwupps auch zum potentiellen Komplizen.
Klar in einer idealen Welt würden die Richter erst einmal genauer prüfen ob die Polizisten überhaupt auf die Vorratsdaten zugreifen können dürfen, aber wenn es um schnelles handeln geht um eine Gefahr abzuwehren, welcher Richter würde da noch lange und genau prüfen ?
Es gibt genügend aktuelle Beispiele die zeigen, dass es oft ganz anders läuft.

Wo werden die Daten gespeichert ?

Aber stellen wir uns auch mal ganz einfache andere Bedrohungsszenarien für unsere Vorratsdaten vor.
Die Daten sollen bei den Providern gelagert werden, also bei der Privatwirtschaft. Diese hat ja vom Grundsatz her immer im Kopf Gewinn zu erwirtschaften. Dies kan man auf vielfältige Art und Weise mit Vorratsdaten machen insbesondere wenn man diese Daten der Werbewirtschaft verkauft.
Wie hoch ist unser Vertrauen in die Telekom, O2, Vodafone und co ?
Das extra Geld, dass die Speicherung auf Vorrat benötigt muss erwirtschaftet werden. Zwar verspricht die Bundesregierung Entschädigungen für Provider die in die finanzielle Schieflage geraten könnten, wegen der Speicherung von Vorratsdaten, aber wir wissen da ja ganz genau wen das jetzt dann wieder trifft und wer das wieder zu bezahlen hat, wir ! Egal ob die Bundesregierung das mit höheren Steuern oder die Telekommunikationsunternehmen mit höheren Preisen (oder gar auch beides) wieder reinholen. Am Ende sind wir es die dafür bezahlen, dass Telekommunikationsunternehmen unsere Daten ungewollt ein paar Monate lang in ihren Rechenzentren speichern. Was für ein attraktives Ziel für Kriminelle.
Und was wird das Geschrei erstmal groß sein, wenn das erste Telekommunikationsunternehmen gehackt wurde oder sonstwie dort eingebrochen wurde und plötzlich die Vorratsdaten in den Händen von Kriminellen oder der Werbewirtschaft sind ?
Möglicherweise würden sogar Politiker, in ihrem kranken Wahn, die Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung fordern um solche Straftaten besser aufklären zu können. Ich traue das unseren Schnappsnasen in der Politik durchaus zu. Da laufen genügend Anwerter für eine Gehirntransplantation herum.

Neptune mit 1 GB RAM betreiben

Die Mindestanforderungen von Linux Distributionen sind seit Jahren gestiegen. Sicher es gibt rümliche Ausnahmen und auch spezielle Distributionen, die sich den schwächeren oder älteren Rechnern zuwenden. Wie sieht es aber konkret mit Neptune aus, das nicht im speziellen für diesen Zweck gedacht ist ?
Die Mindesanforderungen haben sich trotz neuer Kernel, Desktops und Anwendungen nicht geändert und liegen immer noch bei 1 GB RAM.
In einem kleinen Selbstversuch habe ich geschaut, was und wieviel man von seinem Rechner mit diesen wenigen Ressourcen unter einem KDE Plasma Desktop, den Neptune standardmäßig ausliefert, eigentlich nutzen kann. Die Erkentnisse waren erfrischend und zeigen mir, dass wir an den Minimumanforderungen nicht schrauben müssen.


1 GB RAM stellt das unterste Minimum dar und bereitet allerdings nicht mit allen vorausgelieferten Anwendungen wirklich viel Spaß.
Gerade der Webbrowser Chromium ist nur mit 1-2 Tabs nutzbar und kommen noch ein paar Plugins hinzu fängt das Swappen an und das Surfen im Web wird zu einer Geduldsprobe.

Konqueror. Eine gute Alternative wenn wenig RAM zur Verfügung steht


Hier sei insbesondere auf die Alternative Konqueror verwiesen.
Konqueror wird bei Neptune standardmäßig mit dem WebKit Backend ausgeliefert und unterstützt so eine vielzahl von bekannten Webseiten und überzeugt gerade auch durch seine Performance auf schwächeren Geräten.
Entdeckt man eine nicht unterstützte Seite kann man sich meist mit dem setzen einer falschen Browserkennung behelfen oder zur Not wirklich mit einem rechtsklick chromium öffnen.
Natürlich kann man auch andere Alternative Webbrowser installieren. Iceweasel ist hier insbesondere wegen der Kompatbilität zu Firefox zu bevorzugen. Aber es gibt noch viele weitere, wie beispielsweise rekonq, das im Grunde auf die selber Webkit Engine basiert wie Konqueror, aber mit einer etwas moderneren Oberfläche daher kommt.
In den Systemeinstellungen kann man unter Standard Komponenten den Standardwebbrowser einstellen.
Wird dieser Standardbrowser nicht von allen Programmen erkannt muss im Terminal mit dem Befehl

sudo update-alternatives --config x-www-browser
noch einmal der Standardbrowser eingestellt werden.

Damit der Arbeitsspeicher nicht unnötig ausgenutzt wird sollte man tunlichst auf große Speicherfresser, die im Hintergrund laufen verzichten.
Darunter zählen insbesondere Cloudsynchronisationsdienste, die nicht nur viel Speicher im Hintergrund fressen, sondern bei größeren Synchronisationschecks das System zum stocken bringen können.
Hier empfiehlt es sich diese Tools nur dann einzusetzen, wenn diese auch wirklich benötigt werden.

Akonadi verbraucht zuviel Speicher? Einfach abschalten (bei Neptune standardmäßig)


Zu guter letzt sei noch der Hinweis, dass die standardmäßig deaktivierten Akonadi Dienste für die KDE PIM Suite (Addressbuch, Kalender usw.) vermieden werden sollten, da diese im Hintergrund laufen und viel Speicher beanspruchen können.
Hier sollte man auf Alternativen im vorausgelieferten Icedove setzen. Für den Kalender empfiehlt es sich auf die iceowl-extension zu setzen.
Wer Kalendereinträge mit Google synchronisieren will kann dazu das Paket calendar-google-provider installieren.
Für die Kontaktsynchronisierung mit Google empfiehlt sich die Erweiterung icedove-gcontactsync.

QMMP mit ATER Green Skin


Wer seine Musikverwaltung anstatt in einer großen Datenbank lieber in Playlisten macht, dem sei qmmp empfohlen. Es zeichnet sich nicht nur durch seine Winamp Skin Unterstützung aus, sondern auch der Speicherverbrauch ist ziemlich gering.
Wer einen noch schlankeren MediaPlayer sucht, kann auch den ohne grafische Oberfläche kommenden mplayer benutzen, den man mit dem gleichnamigen Befehl in einem Terminal ausführen kann. Angeben sollte man dazu direkt den Pfad zur Datei die man abspielen möchte, oder man öffnet mit einem rechtsklick auf ein Video und öffnen mit den mplayer direkt mit der angeklickten Datei.
Dieser lässt sich im Öffnen mit Dialog dann auch als Standard setzen.

Dies sind nur eine Reihe von Tipps, die einem helfen sollen Neptune, aber auch jede andere Distribution mit KDE Plasma auch mit 1 GB RAM gut und erträglich laufen zu lassen.
Fest steht die von Neptune ausgelieferte Software ermöglicht den reibungslosen Betrieb mit 1 GB RAM. Hierzu muss aber insbesondere auf den größten Speicherfresser, dem Webbrowser Chromium in weiten teilen verzichtet werden.

Der Original Artikel steht auch als Tipp im Neptune Forum bereit.

Die Krypto Kapitulation

Manchmal denkt man beim Lesen der News in diesen Wochen das Bullshitrad dreht sich immer schneller um noch höher hinaus zu gehen.
War es Anfangs die leider ernst gemeinte Schnapsidee eines britischen Premiers, so hat sich das ausgedehnt über die Meere nicht nur in die ehemalige Kolonie, sondern auch zu uns nach Deutschland.
Und nein es stoppte nicht da sondern ist mittlerweile bei der EU angekommen.

Die Briten sind mit den Amis ja schon länger im selben Geheimdienstbett und sorgen ja seit Jahren im geheimen dafür das Krypto möglichst nur so sicher ist wie man selber im Stande ist zu entschlüsseln. Nach den Enthüllungen von Snowden ist das nun nicht mehr so einfach möglich.
Die Geheimdienste sind natürlich nicht blöd und denken sich jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist sorgen wir eben das wir neue Gesetze schaffen die Kryptographie möglichst kaputt macht.

Aber die jetzigen Vorschläge die wirklich ernsthaft diskutiert werden würden Kryptographie ad absurdum führen.
Die Marionetten der Wirtschaft und Geheimdienste schlagen ernsthaft vor, das Kryptosoftware nur noch mit Hintertür ausgeliefert werden dürfen. Die Hintertür soll dann für Geheimdienst und Sicherheitsbeamten zur Verfügung stehen um dann Gespräche oder Dateien entschlüsseln zu können.

Das macht natürlich Kryptosoftware im Kern schon richtig kaputt, weil wer garantiert mir, dass nur diejenigen die Hintertür kennen und nutzen die es auch gesetzlich dürfen?
Auch der in der Zwischenzeit eingegangene Vorschlag der EU zeigt ebenfalls den Ansatz Kryptographie kaputt zu machen. In diesem Vorschlag soll zwar keine Hintertür mehr eingerichtet werden, aber man will stattdessen die Vordertür benutzen dürfen. Sprich man soll seinen kryptokey auf einen vom Staat oder EU kontrollierten Server schieben.
Na toll ich warte noch auf die Forderung der Polizei seinen Hausschlüssel zur Sicherheitszwecken bei der nächsten Polizeiwache abzugeben.
Die Gefahr die da, wenn man das ernsthaft macht, auftreten sind kristallklar. Kriminelle werden wie blöd versuchen einen dieser Server zu hacken, der alle kryptokeys beinhaltet. Und auch die Geheimdienste haben es dann leichter legal oder illegal Kryptographie zu umgehen.

Ich bin ja noch viel weiter. Was passiert mit Leuten die ihren kryptokey nicht abgeben. Werden die nun rechtlich verfolgt? Landen die etwa auf einer potentiellen Terrorliste?
Ich fühle mich ja jetzt bereits schon auf einer potentiellen Terrorliste,nur weil ich etwas zu verbergen habe, Tor und Krypto einsetze.
Wie weit lassen wir den Staat noch in unserer Privatsphäre rumschnüffeln um die Bösen schnappen zu können und bei all den Vorschlägen muss man auch fragen wie lange lassen wir uns noch als potentielle Kriminelle behandeln?

Frohe Weihnachten

Ich wünsche allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Jack als Standardaudioserver

Der Jack Audio Daemon ist unter Linux der Begriff für den professionellen Audio Bearbeiter. Dabei handelt es sich lediglich um einen Audio Daemon, wie PulseAudio oder ALSA.
Im Gegensatz zu PulseAudio erfreut sich Jack allerdings einer guten Beliebtheit und wird sehr gerne gelobt dafür, dass man wie auf einem Schaltpult ganz einfach verschiedene Verbindungen, Ein- und Aussgänge miteinander verbinden kann.



Dies ist auch eines der Features die Jack schon Jahre vor dem Aufkommen von PulseAudio so besonders gemacht hat. Eng verzahnt und verdrahtet sind dadurch professionelle Audio Bearbeitungswerkzeuge, wie Ardour oder auch Rosegarden.

Dieses Unix Prinzip, dass an Piping im Terminal erinnert, verschiedene Eingangs- und Ausgangsströme miteinander zu verbinden ist auch das was Jack so stark macht. Hat man einen coolen Filter oder Effekeditor gefunden der Jack Unterstützung besitzt, so kann man diesen als Vorstufe für jedes weitere Jack unterstützende Programm benutzen.
Das geniale daran ist, das so ein einfaches Prinzip sehr sehr mächtig ist.

Nun warum sollte man als normaler Nutzer nicht auch so ein mächtiges Tool benutzen können. Warum ist Jack nicht schon vor Jahren zum Standard erklärt worden ?

Das hat mehrere Gründe.
Der Jack Audio Daemon braucht zwingend ein vorhandenes Audio Framework, wie OSS oder ALSA oder Core Audio um mit der Audio Hardware kommunizieren zu können. Unter Linux heißt dies konkret, man braucht zwingend ALSA um überhaupt auf die Soundhardware zugreifen zu können. Glücklicherweise ist ALSA bereits Bestandteil des Linux Kernels. Dies führt aber auch dazu, dass einfache Anwendungen meist direkt nur ALSA Support anbieten. Da nun Jack eine Soundkarte vollständig unter Beschlag nehmen möchte wird ALSA quasi mitgeteilt, diese Soundkarte nur noch Jack zur Verfügung zu stellen.

Das führt zu dem lästigen Problem, dass wenn Jack läuft ALSA Anwendungen die Soundkarte nicht mehr finden bzw. keinen Ton mehr abspielen können. Dies ist auch eine häufig gestellte Frage, bei einigen Nutzern, die z.B. Ardour einmal ausprobiert haben und selbst nach beenden des Programmes, dass Jack im Hintergrund ausführt, keinen Sound mehr hören können bei ihren üblichen Programmen. Selbst nach dem Beenden von Ardour heißt das nicht automatisch, dass auch Jackd gekillt wird. Ein manuelles killen ist meist erforderlich um dann den Sound wiederherzustellen.

Gibt das da nicht einen besseren Weg ?
Kann man den ALSA Anwendungen nicht irgendwie sagen, nutzt Jack ?

Nunja ganz so einfach ist es nicht, da die ALSA Anwendungen meist nichts von Jack wissen. Es muss also eine Lösung her die ALSA direkt bereitstellt. Quasi eine Umleitung auf Ebene von ALSA. Gott sei dank hat ALSA ein Plugin Funktion die so etwas ermöglicht. Und bereits vor Jahren wurde ein Jack Plug geschrieben, was einem ermöglicht ALSA Sounds umzuleiten und automatisch mit Jack zu verbinden. Leider ist ist dies nicht sehr einfach möglich, da sich ALSA immer noch hauptsächlich durch eine Konfigurationsdatei steuern lässt.
Ich habe für meinen kleinen Versuch versucht sämtlichen ALSA Sound, egal ob aus HTML5 Player oder FlashPlayer im Browser, oder meinem Lieblingsaudioplayer Amarok umzuleiten nach Jack. Ja selbst die Systembenachrichtigungstöne werden nun über Jack ausgegeben. Dafür muss natürlich erstmal der Jack Audio Server gestartet werden.
Ich habe mir dazu die grafische Oberfläche qjackctl heruntergeladen und installiert und damit erstmal mit den Standardeinstellungen Jack gestartet. Als nächstes muss man natürlich ALSA anpassen. Da ich das nicht systemweit machen möchte, sondern nur für meinen lokalen Nutzer, habe ich eine ~/.asoundrc Datei angelegt. Der Inhalt ist auf den ersten Blick etwas viel, aber doch leicht zu verstehen.

## Jackd --> Alsa

pcm.card0 {
    type plug
    slave { pcm "jack" }
    hint {
         show on
         description "Jackplug"
    }
}

pcm.!default {
    type plug
    slave { pcm "jack" }
}

pcm.jack {
    type jack
    playback_ports {
        0 system:playback_1
        1 system:playback_2
    }
    capture_ports {
        0 system:capture_1
        1 system:capture_2
    }
}

Zunächst lege ich mit pcm.card0 eine neue virtuelle Alsa Soundkarte an, die mit der "Jackplug" Kennung in ALSA Anwendungen als Soundkarte zur Auswahl steht. Die Soundkarte ist vom Typ plug und nutzt die Karte jack die unter pcm.jack zu finden ist. Die jack Karte nutzt das jack plugin von alsa, also den type jack.
Natürlich muss man Jack typisch die Ein- und Ausgänge zur Verbindung mit Jack hier schon eintragen, so dass automatisch alle ALSA Programme die über die Karte "Jackplug" Sound ausgeben wollen auch richtig mit dem Ausgang playback_1 & playback_2 verbunden werden. Das gleiche gilt dann auch für die capture also Aufnahme Verbindungen.
Zu guter letzt mache ich die jack Soundkarte auch noch zur Standard ALSA Karte in der Sektion pcm.!default

Das war es eigemtlich auch schon. Nach dem erfolgreichen abspeichern der Datei muss auf dem Desktop und evtl. den genutzten Programmen noch das ALSA Ausgangsgerät auf die "Jackplug" Soundkarte gestellt werden und schon hört man auch während Jack als Audio Daemon läuft Sound aus allen ALSA Anwendungen.

Das ist aber nicht das einzige. Man hat natürlich auch die Möglichkeit über das Verbindungsfeld jedes ALSA ausgebende Programm und dessen Verbindung aus Ausgang des Programmes zu Jack Ausgang zu sehen und zu verändern. Der Vorteil die Möglichkeit zu haben Sound also umzuleiten durch Equalizer oder Soundeffekte zu leiten ist nun auch mit allen ALSA Anwendungen möglich.

Warum man sich Neptune unbedingt mal anschauen sollte (Teil 5)

In diesem letzten Teil der Reihe geht es um versteckte Tools und Easter Eggs in Neptune. Dabei werden teils nützliche aber auch komplett sinn freie dafür aber witzige Scripte vorgestellt, die bei Neptune im Paket neptune-scripts mitgeliefert werden. Außerdem wird noch auf die erweiterte Installation hingewiesen die es einem erlaubt Neptune auf eine andere Art und Weise zu installieren.

Neptune bietet für Poweruser zahlreiche nützliche Werkzeuge und Scripte auch für das Terminal.

Möchte man beispielsweise eine Datei aus dem Terminal heraus nicht direkt löschen, sondern stattdessen wie bei der grafischen Oberfläche üblich erst in den Mülleimer werfen so ist dies möglich mit Hilfe des remove Scripts. Einfach die in den Papierkorb zu legende Datei als Parameter angeben und sie landet im Mülleimer und kann auch vom Dateimanager wiederhergestellt werden.



Eine sichere Passwortverwaltung ist heutzutage immer wichtig. Zur Sicherheit dient aber in erster Linie auch ein sicheres Passwort. Leider versteht fast jeder Anbieter darunter etwas anderes und so kann die Suche nach einem Passwort für den entsprechenden Anbieter (ja sicherer ist es für jeden ein anderes zu verwenden), das die Bedingungen des Anbieters erfüllt etwas schwierig werden.
Neptune bringt zu diesem Zweck das nützliche Programm pw-gen mit. Dem Programm muss nur mitgegeben werden aus wieviel Zeichen sein neues Passwort bestehen soll und es generiert ein zufälliges Passwort.

Arbeitet man häufiger im Terminal und auch mit Berechtigungen kann es vorkommen, dass man für Ordner und Unterordner evtl. die falsche Berechtigung setzt und dieses erst viel später bei einem nicht funktionierendem Programm merkt. In diesem Fall hilft das Script permissions-save weiter, dass sobald es mit root Rechten ausgeführt wird alle Rechte der Dateien im root Verzeichnis abwärts abspeichert in eine simple Text Datei. So hat man bei kaputten Dateirechten ein Nachschlagewerk um seine Rechte auf den vorherigen Wert umzustellen.



Experimentiert man bei Neptune mit mehreren Kerneln oder hat einfach schon zahlreiche Kernel Updates eingespielt und der Festplattenplatz wird knapp, ist es meist an der Zeit die alten Kernel zu entfernen. Sicherlich kann man hier in den Paketmanager muon gehen oder per Kommandozeile die alten Kernel mit apt manuell löschen. Einfacher ist es allerdings einfach das Script remove-oldkernel.sh auszuführen. Es entfernt alle alten Kernel ausser dem derzeit laufenden.

Neben alten Kerneln sammeln sich im Laufe der Zeit auch Pakete an, die zwar entfernt worden sind, aber deren Konfigurationsdateien sich evtl. noch im System finden und eigentlich dort nur Speicherplatz belegen und nicht wirklich nützlich sind. Zur Bereinigung bietet Neptune hier das Script remove-orphans.sh an, dass die alten Reste entfernt.

Startet man sein Neptune System und hat keinen Ton, weil irgendein Regler runtergeregelt oder Stumm geschaltet ist hilft evtl. das Script sound-on.sh, dass alle möglichen Regler hochdreht und die Stummschaltung abschaltet.

Öffnet man ein Office Dokument aus der Microsoft Welt kann es vorkommen, dass die Formatierung nicht ganz stimmt. Dies hat bei einfachen Textdokumenten zumeist den Grund, dass die passenden Microsoft Schriftarten fehlen. Da wir aus rechtlichen Gründen, die neu seit Windows Vista eingeführten Schriftarten, nicht direkt ausliefern dürfen, bringt Neptune das Script vistafonts-installer mit, dass die entsprechenden Fonts (Calibri, Cambria, Candara, Consola, Constan & Corbel) herunterlädt und installiert.

Arbeitet man häufiger auf der Kommandozeile und möchte kurz nur herausfinden, wieviel Updates es gerade für das System gibt hilft der Befehl updates-available.sh, dass einem anzeigt wieviel Paketupdates bereit stehen.



Will man selber kleine Shellscripte schreiben und man möchte diesen ein wenig Farbe verleihen kann der Befehl colors-bash nützlich sein um sich eine Liste der Codes anzuzeigen, die man für die verschiedenen Farben benötigt.

Wer schnell seinen eigenen Ton über Mikrofon aufzeichnen will und dabei nicht auf ein grafisches Tool zurückgreifen will, dem hilft evtl. das Script arecord.sh weiter, dass eine Aufnahme in eine WAV Datei startet mit CD Qualität. Das Script kann dazu auch noch mit den Parametern für den Alsa Gerätenamen zur Aufnahme ausgestattet werden, genauso wie mit einem Zielpfad, wo die wav Datei abgespeichert werden soll.

Die eigene IP Adresse im LAN Netzwerk weiß man meistens. Die eigene IP Adresse im Internet allerdings ist meist nicht festgesetzt und ändert sich ständig. Um sich diese IP Adresse anzeigen zu lassen kann der Befehl showmyip ausgeführt werden.

Gerät man trotz ZRAM an die Speichergrenze des Arbeitsspeichers und SWAP Speichers und hat keine eigene SWAP Partition kann man unter Neptune mit Hilfe des activate_swap.sh Scriptes eine SWAP Datei erstellen, die automatisch in das System eingebunden wird.



Neptune nutzt seit Version 4.0 Btrfs als Standarddateisystem. Eines der besten Features von Btrfs sind Snapshots, die einem erlauben einen ganzen Systemzustand abzuspeichern und separat startbar zu machen. Das Script btrfs-snapshot hilft einem dabei einen Systemzustand abzuspeichern und einen Booteintrag zu erstellen. Standardmäßig wird das aktuelle Datum als Schnappschussname verwendet. Diesen kann man allerdings auch mit der Angabe eines Namens selbst festlegen.
Wird die Rootpartition nicht automatisch erkannt oder funktioniert der Booteintrag nicht kann die UUID der Rootpartition auch manuell angegeben werden. Gleiches gilt auch für den Kernel.

Manchmal ist es nützlich RPM Pakete auch unter Neptune zu extrahieren. Gelingt dies nicht mit dem normalen Paketmanager ark kann man auch auf das Kommandozeilentool unrpm zurückgeifen.

Hat man seinen Desktop grafisch und farbig angepasst und möchte diese Farben auch auf Programme die mit wine ausgeführt werden anwenden hilft das Script wine_colors_from_gtk, dass die Farben des GTK Themes für wine übernimmt.

Möchte man unter Neptune nicht mit sudo arbeiten können sondern stattdessen lieber auf den root Account ausweichen, wenn es darum geht administrative Aufgaben durchzuführen kann mit dem Script disable-sudo.sh, dass als aktueller Nutzer aufgeführt werden muss, dem die sudo Rechte entzogen werden sollen, sudo deaktivieren.



Manchmal ist es sehr nützlich herauszufinden welches Programm am meisten Arbeitsspeicher benötigt. Natürlich gibt es dazu auch grafische Tools, Neptune bietet aber mit dem Script ram-usage.sh auch eine Möglichkeit eine Übersicht im Terminal auszugeben.

Für Konsolenhacker sicherlich auch recht interessant ist die Top 10 der Kommandos die man im Terminal verwendet. Eine Liste zusammen mit der Anzahl der Aufrufe lässt sich mit dem Befehl most-used-commands aufrufen.

Läuft der Festplattenplatz voll und man möchte Programme entfernen so kann das Script list_packages.sh einem weiterhelfen indem es alle Pakete nach Größe sortiert auflistet.

Ist man kein Terminal Experte oder startet man es das erste mal gibt es unter Neptune ein kleines Tutorial, dass mit dem Befehl tutorial aufgerufen werden kann.

Das Easter Egg Script rei ermöglicht es nicht nur cloning Software wie sbackup und partimage zu installieren sondern auch mit dem Parameter backup-software-list eine Backupliste der aktuell installierten Software zu erstellen. Mit der gesicherten Liste die in /tmp/softwarelist gesichert wird kann man auf einer anderen Neptune Maschine mit dem Befehl rei restore-software-list die Software der anderen Neptune Maschine klonen. (softwarelist muss auch auf dieser Maschine in /tmp/softwarelist liegen)
Wer nicht genug kriegen kann von Easter Eggs, dem steht auch noch eine nette ASCII Grafik im nerv Script bereit.



Manchmal möchte man eine Neptune Installation evtl. auch von der Ferne durchführen ohne dabei eine grafische Oberfläche benutzen zu müssen. Das geht natürlich ohne große Probleme. Einzig das Neptune Live Medium muss auf dem Host Rechner gebootet werden und man kann dann per SSH darauf zugreifen und den erweiterten neptune-installer mit root Rechten ausführen.
Nun kann man die Installation durchführen und es stehen einem einige erweiterte Installationsmethoden zur Verfügung. So lässt sich eine LVM Installation durchführen. Mit dem Befehl neptune-installer-nested kann zudem eine nested Installation durchgeführt werden, bei dem das Live System auf eine minimale root Partition gespielt wird und von dort heraus das Live System gestartet wird. Als Persistenz kann auf eine zusätzliche Partition zurückgegriffen werden. Diese Methode ermöglicht ähnlich wie bei einem initialen btrfs-snapshot nach der Installation, immer wieder zurück zu einem funktionierenden System zu wechseln ohne dabei einen Live USB Stick eingerichtet zu haben. Zudem spart diese Installationsmethode enorm viel Speicherplatz, da das eigentliche System als hochkomprimiertes Squashfs Image auf der Root Partition platz findet. So lässt sich Neptune auch auf einer rund 2 GiB großen Partition installieren.

Damit schließt diese Reihe und ich hoffe allen einen guten Geschmack auf Neptune gemacht zu haben es zumindest einmal auszuprobieren.
Mehr zu Neptune, sowie den Download der aktuellen Version findet ihr auf: NeptuneOS.com

Warum man sich Neptune unbedingt mal anschauen sollte (Teil 4)

Wir werfen in diesem Artikel einen genaueren Blick auf die Multimediafähigkeiten von Neptune im Bereich Bilderverwaltung und -bearbeitung.

Neptune bringt für die Bilderverwaltung die KDE Anwendung Gwenview mit. Diese bietet zahlreiche Import bzw. Export Funktionen.
Möchte man beispielsweise Bilder von einer Digitalkamera importieren lässt sich dies mit Hilfe eines sehr einfachen Assistenten durchführen.



Hier wird einem ermöglicht die Bilder der Kamera bzw. Speicherkarte auszuwählen und einen Zielort anzugeben. Ein Klick auf Import und wenige Sekunden später sind die Bilder bereits auf der Festplatte.
Hier können die Bilder komfortabel angeschaut und sortiert werden. Dazu bringt Gwenview, neben der Standardansicht, auch einen Vollbildmodus mit, der mit Vorschaubildern dabei hilft die richtigen Fotos auszuwählen.


Außerdem gibt es eine Diashow Funktion zu Präsentationszwecken.
Möchte man die Fotos optimieren so erlauben einfache Bearbeitungsfunktionen z.B. das Entfernen roter Augen, Spiegeln, Drehen oder Zuschneiden von Bildern. Die bearbeiteten Bilder können dann sogar unter anderem Namen abgespeichert werden, falls das Original behalten werden soll.
Mit Hilfe von Import und Export Modulen ist das Exportieren hin zu Facebook, Flickr, Picasa und viele weitere möglich.


Möchte man richtig in die Bilderbearbeitung einsteigen und außergewöhnliche Veränderungen an einem Bild vornehmen bietet Neptune das beste OpenSource Tool in diesem Bereich an, nämlich Gimp.
Mit Gimp erhält man neben vielen Basisbearbeitungsfunktionen, auch Profibearbeitungsoptionen und somit viel Optimierungspotential für ein Foto.


So lassen sich beispielsweise die Schwellwerte eines Bildes ändern und so Schwarz- und Weißpunkte in einem Bild festlegen um einen besseren Kontrast zu erzielen. Auch mittlere Farbwerte lassen sich anheben bzw. absenken um ein zu dunkel oder hell aufgenommenes Bild zu optimieren.
Darüber hinaus bietet Gimp einen guten Druckassistenten der einem ermöglicht sein Foto pass genau auf eine Seite zu drucken.
Die vielen in Gimp mitgelieferten Filter Funktionen erlauben es auch für kreative Köpfe ganz neue Bilder zu gestalten ohne dabei auf vorhandene Fotos zurückzugreifen. Dazu dient auch der Wacom Tablet Support der einem erlaubt Zeichnungen oder Malereien mit Hilfe eines digital erfassbaren Stiftes zu erstellen.

Natürlich unterstützen Gimp und Gwenview alle möglichen Bilddatenformate nicht nur fürs Importieren sondern auch Exportieren.
Gwenview erlaubt darüber hinaus auch das Erstellen von Webgalerien, Videos oder gar ganzen Kalendern.


Möchte man eine Kollage, Diagramme oder Zeichnungen erstellen hilft einem das Programm LibreOffice Draw weiter. Hier lassen sich problemlos mehrere Bilder z.B. nebeneinander auf eine DIN A4 Seite anordnen, Pfeile und Hervorhebungen anbringen und Texte ergänzen.
Das Speichern ist neben in vielen Bildformaten auch als PDF Dokument möglich.

In Sachen Bildbetrachtung und -bearbeitung liefert Neptune drei starke Programme direkt mit.
Natürlich lassen sich auch weitere Programme, wie digikam, rawtherapee, mypaint oder krita problemlos per Paketmanager installieren.