Jack als Standardaudioserver

Der Jack Audio Daemon ist unter Linux der Begriff für den professionellen Audio Bearbeiter. Dabei handelt es sich lediglich um einen Audio Daemon, wie PulseAudio oder ALSA.
Im Gegensatz zu PulseAudio erfreut sich Jack allerdings einer guten Beliebtheit und wird sehr gerne gelobt dafür, dass man wie auf einem Schaltpult ganz einfach verschiedene Verbindungen, Ein- und Aussgänge miteinander verbinden kann.



Dies ist auch eines der Features die Jack schon Jahre vor dem Aufkommen von PulseAudio so besonders gemacht hat. Eng verzahnt und verdrahtet sind dadurch professionelle Audio Bearbeitungswerkzeuge, wie Ardour oder auch Rosegarden.

Dieses Unix Prinzip, dass an Piping im Terminal erinnert, verschiedene Eingangs- und Ausgangsströme miteinander zu verbinden ist auch das was Jack so stark macht. Hat man einen coolen Filter oder Effekeditor gefunden der Jack Unterstützung besitzt, so kann man diesen als Vorstufe für jedes weitere Jack unterstützende Programm benutzen.
Das geniale daran ist, das so ein einfaches Prinzip sehr sehr mächtig ist.

Nun warum sollte man als normaler Nutzer nicht auch so ein mächtiges Tool benutzen können. Warum ist Jack nicht schon vor Jahren zum Standard erklärt worden ?

Das hat mehrere Gründe.
Der Jack Audio Daemon braucht zwingend ein vorhandenes Audio Framework, wie OSS oder ALSA oder Core Audio um mit der Audio Hardware kommunizieren zu können. Unter Linux heißt dies konkret, man braucht zwingend ALSA um überhaupt auf die Soundhardware zugreifen zu können. Glücklicherweise ist ALSA bereits Bestandteil des Linux Kernels. Dies führt aber auch dazu, dass einfache Anwendungen meist direkt nur ALSA Support anbieten. Da nun Jack eine Soundkarte vollständig unter Beschlag nehmen möchte wird ALSA quasi mitgeteilt, diese Soundkarte nur noch Jack zur Verfügung zu stellen.

Das führt zu dem lästigen Problem, dass wenn Jack läuft ALSA Anwendungen die Soundkarte nicht mehr finden bzw. keinen Ton mehr abspielen können. Dies ist auch eine häufig gestellte Frage, bei einigen Nutzern, die z.B. Ardour einmal ausprobiert haben und selbst nach beenden des Programmes, dass Jack im Hintergrund ausführt, keinen Sound mehr hören können bei ihren üblichen Programmen. Selbst nach dem Beenden von Ardour heißt das nicht automatisch, dass auch Jackd gekillt wird. Ein manuelles killen ist meist erforderlich um dann den Sound wiederherzustellen.

Gibt das da nicht einen besseren Weg ?
Kann man den ALSA Anwendungen nicht irgendwie sagen, nutzt Jack ?

Nunja ganz so einfach ist es nicht, da die ALSA Anwendungen meist nichts von Jack wissen. Es muss also eine Lösung her die ALSA direkt bereitstellt. Quasi eine Umleitung auf Ebene von ALSA. Gott sei dank hat ALSA ein Plugin Funktion die so etwas ermöglicht. Und bereits vor Jahren wurde ein Jack Plug geschrieben, was einem ermöglicht ALSA Sounds umzuleiten und automatisch mit Jack zu verbinden. Leider ist ist dies nicht sehr einfach möglich, da sich ALSA immer noch hauptsächlich durch eine Konfigurationsdatei steuern lässt.
Ich habe für meinen kleinen Versuch versucht sämtlichen ALSA Sound, egal ob aus HTML5 Player oder FlashPlayer im Browser, oder meinem Lieblingsaudioplayer Amarok umzuleiten nach Jack. Ja selbst die Systembenachrichtigungstöne werden nun über Jack ausgegeben. Dafür muss natürlich erstmal der Jack Audio Server gestartet werden.
Ich habe mir dazu die grafische Oberfläche qjackctl heruntergeladen und installiert und damit erstmal mit den Standardeinstellungen Jack gestartet. Als nächstes muss man natürlich ALSA anpassen. Da ich das nicht systemweit machen möchte, sondern nur für meinen lokalen Nutzer, habe ich eine ~/.asoundrc Datei angelegt. Der Inhalt ist auf den ersten Blick etwas viel, aber doch leicht zu verstehen.

## Jackd --> Alsa

pcm.card0 {
    type plug
    slave { pcm "jack" }
    hint {
         show on
         description "Jackplug"
    }
}

pcm.!default {
    type plug
    slave { pcm "jack" }
}

pcm.jack {
    type jack
    playback_ports {
        0 system:playback_1
        1 system:playback_2
    }
    capture_ports {
        0 system:capture_1
        1 system:capture_2
    }
}

Zunächst lege ich mit pcm.card0 eine neue virtuelle Alsa Soundkarte an, die mit der "Jackplug" Kennung in ALSA Anwendungen als Soundkarte zur Auswahl steht. Die Soundkarte ist vom Typ plug und nutzt die Karte jack die unter pcm.jack zu finden ist. Die jack Karte nutzt das jack plugin von alsa, also den type jack.
Natürlich muss man Jack typisch die Ein- und Ausgänge zur Verbindung mit Jack hier schon eintragen, so dass automatisch alle ALSA Programme die über die Karte "Jackplug" Sound ausgeben wollen auch richtig mit dem Ausgang playback_1 & playback_2 verbunden werden. Das gleiche gilt dann auch für die capture also Aufnahme Verbindungen.
Zu guter letzt mache ich die jack Soundkarte auch noch zur Standard ALSA Karte in der Sektion pcm.!default

Das war es eigemtlich auch schon. Nach dem erfolgreichen abspeichern der Datei muss auf dem Desktop und evtl. den genutzten Programmen noch das ALSA Ausgangsgerät auf die "Jackplug" Soundkarte gestellt werden und schon hört man auch während Jack als Audio Daemon läuft Sound aus allen ALSA Anwendungen.

Das ist aber nicht das einzige. Man hat natürlich auch die Möglichkeit über das Verbindungsfeld jedes ALSA ausgebende Programm und dessen Verbindung aus Ausgang des Programmes zu Jack Ausgang zu sehen und zu verändern. Der Vorteil die Möglichkeit zu haben Sound also umzuleiten durch Equalizer oder Soundeffekte zu leiten ist nun auch mit allen ALSA Anwendungen möglich.

Warum man sich Neptune unbedingt mal anschauen sollte (Teil 5)

In diesem letzten Teil der Reihe geht es um versteckte Tools und Easter Eggs in Neptune. Dabei werden teils nützliche aber auch komplett sinn freie dafür aber witzige Scripte vorgestellt, die bei Neptune im Paket neptune-scripts mitgeliefert werden. Außerdem wird noch auf die erweiterte Installation hingewiesen die es einem erlaubt Neptune auf eine andere Art und Weise zu installieren.

Neptune bietet für Poweruser zahlreiche nützliche Werkzeuge und Scripte auch für das Terminal.

Möchte man beispielsweise eine Datei aus dem Terminal heraus nicht direkt löschen, sondern stattdessen wie bei der grafischen Oberfläche üblich erst in den Mülleimer werfen so ist dies möglich mit Hilfe des remove Scripts. Einfach die in den Papierkorb zu legende Datei als Parameter angeben und sie landet im Mülleimer und kann auch vom Dateimanager wiederhergestellt werden.



Eine sichere Passwortverwaltung ist heutzutage immer wichtig. Zur Sicherheit dient aber in erster Linie auch ein sicheres Passwort. Leider versteht fast jeder Anbieter darunter etwas anderes und so kann die Suche nach einem Passwort für den entsprechenden Anbieter (ja sicherer ist es für jeden ein anderes zu verwenden), das die Bedingungen des Anbieters erfüllt etwas schwierig werden.
Neptune bringt zu diesem Zweck das nützliche Programm pw-gen mit. Dem Programm muss nur mitgegeben werden aus wieviel Zeichen sein neues Passwort bestehen soll und es generiert ein zufälliges Passwort.

Arbeitet man häufiger im Terminal und auch mit Berechtigungen kann es vorkommen, dass man für Ordner und Unterordner evtl. die falsche Berechtigung setzt und dieses erst viel später bei einem nicht funktionierendem Programm merkt. In diesem Fall hilft das Script permissions-save weiter, dass sobald es mit root Rechten ausgeführt wird alle Rechte der Dateien im root Verzeichnis abwärts abspeichert in eine simple Text Datei. So hat man bei kaputten Dateirechten ein Nachschlagewerk um seine Rechte auf den vorherigen Wert umzustellen.



Experimentiert man bei Neptune mit mehreren Kerneln oder hat einfach schon zahlreiche Kernel Updates eingespielt und der Festplattenplatz wird knapp, ist es meist an der Zeit die alten Kernel zu entfernen. Sicherlich kann man hier in den Paketmanager muon gehen oder per Kommandozeile die alten Kernel mit apt manuell löschen. Einfacher ist es allerdings einfach das Script remove-oldkernel.sh auszuführen. Es entfernt alle alten Kernel ausser dem derzeit laufenden.

Neben alten Kerneln sammeln sich im Laufe der Zeit auch Pakete an, die zwar entfernt worden sind, aber deren Konfigurationsdateien sich evtl. noch im System finden und eigentlich dort nur Speicherplatz belegen und nicht wirklich nützlich sind. Zur Bereinigung bietet Neptune hier das Script remove-orphans.sh an, dass die alten Reste entfernt.

Startet man sein Neptune System und hat keinen Ton, weil irgendein Regler runtergeregelt oder Stumm geschaltet ist hilft evtl. das Script sound-on.sh, dass alle möglichen Regler hochdreht und die Stummschaltung abschaltet.

Öffnet man ein Office Dokument aus der Microsoft Welt kann es vorkommen, dass die Formatierung nicht ganz stimmt. Dies hat bei einfachen Textdokumenten zumeist den Grund, dass die passenden Microsoft Schriftarten fehlen. Da wir aus rechtlichen Gründen, die neu seit Windows Vista eingeführten Schriftarten, nicht direkt ausliefern dürfen, bringt Neptune das Script vistafonts-installer mit, dass die entsprechenden Fonts (Calibri, Cambria, Candara, Consola, Constan & Corbel) herunterlädt und installiert.

Arbeitet man häufiger auf der Kommandozeile und möchte kurz nur herausfinden, wieviel Updates es gerade für das System gibt hilft der Befehl updates-available.sh, dass einem anzeigt wieviel Paketupdates bereit stehen.



Will man selber kleine Shellscripte schreiben und man möchte diesen ein wenig Farbe verleihen kann der Befehl colors-bash nützlich sein um sich eine Liste der Codes anzuzeigen, die man für die verschiedenen Farben benötigt.

Wer schnell seinen eigenen Ton über Mikrofon aufzeichnen will und dabei nicht auf ein grafisches Tool zurückgreifen will, dem hilft evtl. das Script arecord.sh weiter, dass eine Aufnahme in eine WAV Datei startet mit CD Qualität. Das Script kann dazu auch noch mit den Parametern für den Alsa Gerätenamen zur Aufnahme ausgestattet werden, genauso wie mit einem Zielpfad, wo die wav Datei abgespeichert werden soll.

Die eigene IP Adresse im LAN Netzwerk weiß man meistens. Die eigene IP Adresse im Internet allerdings ist meist nicht festgesetzt und ändert sich ständig. Um sich diese IP Adresse anzeigen zu lassen kann der Befehl showmyip ausgeführt werden.

Gerät man trotz ZRAM an die Speichergrenze des Arbeitsspeichers und SWAP Speichers und hat keine eigene SWAP Partition kann man unter Neptune mit Hilfe des activate_swap.sh Scriptes eine SWAP Datei erstellen, die automatisch in das System eingebunden wird.



Neptune nutzt seit Version 4.0 Btrfs als Standarddateisystem. Eines der besten Features von Btrfs sind Snapshots, die einem erlauben einen ganzen Systemzustand abzuspeichern und separat startbar zu machen. Das Script btrfs-snapshot hilft einem dabei einen Systemzustand abzuspeichern und einen Booteintrag zu erstellen. Standardmäßig wird das aktuelle Datum als Schnappschussname verwendet. Diesen kann man allerdings auch mit der Angabe eines Namens selbst festlegen.
Wird die Rootpartition nicht automatisch erkannt oder funktioniert der Booteintrag nicht kann die UUID der Rootpartition auch manuell angegeben werden. Gleiches gilt auch für den Kernel.

Manchmal ist es nützlich RPM Pakete auch unter Neptune zu extrahieren. Gelingt dies nicht mit dem normalen Paketmanager ark kann man auch auf das Kommandozeilentool unrpm zurückgeifen.

Hat man seinen Desktop grafisch und farbig angepasst und möchte diese Farben auch auf Programme die mit wine ausgeführt werden anwenden hilft das Script wine_colors_from_gtk, dass die Farben des GTK Themes für wine übernimmt.

Möchte man unter Neptune nicht mit sudo arbeiten können sondern stattdessen lieber auf den root Account ausweichen, wenn es darum geht administrative Aufgaben durchzuführen kann mit dem Script disable-sudo.sh, dass als aktueller Nutzer aufgeführt werden muss, dem die sudo Rechte entzogen werden sollen, sudo deaktivieren.



Manchmal ist es sehr nützlich herauszufinden welches Programm am meisten Arbeitsspeicher benötigt. Natürlich gibt es dazu auch grafische Tools, Neptune bietet aber mit dem Script ram-usage.sh auch eine Möglichkeit eine Übersicht im Terminal auszugeben.

Für Konsolenhacker sicherlich auch recht interessant ist die Top 10 der Kommandos die man im Terminal verwendet. Eine Liste zusammen mit der Anzahl der Aufrufe lässt sich mit dem Befehl most-used-commands aufrufen.

Läuft der Festplattenplatz voll und man möchte Programme entfernen so kann das Script list_packages.sh einem weiterhelfen indem es alle Pakete nach Größe sortiert auflistet.

Ist man kein Terminal Experte oder startet man es das erste mal gibt es unter Neptune ein kleines Tutorial, dass mit dem Befehl tutorial aufgerufen werden kann.

Das Easter Egg Script rei ermöglicht es nicht nur cloning Software wie sbackup und partimage zu installieren sondern auch mit dem Parameter backup-software-list eine Backupliste der aktuell installierten Software zu erstellen. Mit der gesicherten Liste die in /tmp/softwarelist gesichert wird kann man auf einer anderen Neptune Maschine mit dem Befehl rei restore-software-list die Software der anderen Neptune Maschine klonen. (softwarelist muss auch auf dieser Maschine in /tmp/softwarelist liegen)
Wer nicht genug kriegen kann von Easter Eggs, dem steht auch noch eine nette ASCII Grafik im nerv Script bereit.



Manchmal möchte man eine Neptune Installation evtl. auch von der Ferne durchführen ohne dabei eine grafische Oberfläche benutzen zu müssen. Das geht natürlich ohne große Probleme. Einzig das Neptune Live Medium muss auf dem Host Rechner gebootet werden und man kann dann per SSH darauf zugreifen und den erweiterten neptune-installer mit root Rechten ausführen.
Nun kann man die Installation durchführen und es stehen einem einige erweiterte Installationsmethoden zur Verfügung. So lässt sich eine LVM Installation durchführen. Mit dem Befehl neptune-installer-nested kann zudem eine nested Installation durchgeführt werden, bei dem das Live System auf eine minimale root Partition gespielt wird und von dort heraus das Live System gestartet wird. Als Persistenz kann auf eine zusätzliche Partition zurückgegriffen werden. Diese Methode ermöglicht ähnlich wie bei einem initialen btrfs-snapshot nach der Installation, immer wieder zurück zu einem funktionierenden System zu wechseln ohne dabei einen Live USB Stick eingerichtet zu haben. Zudem spart diese Installationsmethode enorm viel Speicherplatz, da das eigentliche System als hochkomprimiertes Squashfs Image auf der Root Partition platz findet. So lässt sich Neptune auch auf einer rund 2 GiB großen Partition installieren.

Damit schließt diese Reihe und ich hoffe allen einen guten Geschmack auf Neptune gemacht zu haben es zumindest einmal auszuprobieren.
Mehr zu Neptune, sowie den Download der aktuellen Version findet ihr auf: NeptuneOS.com

Warum man sich Neptune unbedingt mal anschauen sollte (Teil 4)

Wir werfen in diesem Artikel einen genaueren Blick auf die Multimediafähigkeiten von Neptune im Bereich Bilderverwaltung und -bearbeitung.

Neptune bringt für die Bilderverwaltung die KDE Anwendung Gwenview mit. Diese bietet zahlreiche Import bzw. Export Funktionen.
Möchte man beispielsweise Bilder von einer Digitalkamera importieren lässt sich dies mit Hilfe eines sehr einfachen Assistenten durchführen.



Hier wird einem ermöglicht die Bilder der Kamera bzw. Speicherkarte auszuwählen und einen Zielort anzugeben. Ein Klick auf Import und wenige Sekunden später sind die Bilder bereits auf der Festplatte.
Hier können die Bilder komfortabel angeschaut und sortiert werden. Dazu bringt Gwenview, neben der Standardansicht, auch einen Vollbildmodus mit, der mit Vorschaubildern dabei hilft die richtigen Fotos auszuwählen.


Außerdem gibt es eine Diashow Funktion zu Präsentationszwecken.
Möchte man die Fotos optimieren so erlauben einfache Bearbeitungsfunktionen z.B. das Entfernen roter Augen, Spiegeln, Drehen oder Zuschneiden von Bildern. Die bearbeiteten Bilder können dann sogar unter anderem Namen abgespeichert werden, falls das Original behalten werden soll.
Mit Hilfe von Import und Export Modulen ist das Exportieren hin zu Facebook, Flickr, Picasa und viele weitere möglich.


Möchte man richtig in die Bilderbearbeitung einsteigen und außergewöhnliche Veränderungen an einem Bild vornehmen bietet Neptune das beste OpenSource Tool in diesem Bereich an, nämlich Gimp.
Mit Gimp erhält man neben vielen Basisbearbeitungsfunktionen, auch Profibearbeitungsoptionen und somit viel Optimierungspotential für ein Foto.


So lassen sich beispielsweise die Schwellwerte eines Bildes ändern und so Schwarz- und Weißpunkte in einem Bild festlegen um einen besseren Kontrast zu erzielen. Auch mittlere Farbwerte lassen sich anheben bzw. absenken um ein zu dunkel oder hell aufgenommenes Bild zu optimieren.
Darüber hinaus bietet Gimp einen guten Druckassistenten der einem ermöglicht sein Foto pass genau auf eine Seite zu drucken.
Die vielen in Gimp mitgelieferten Filter Funktionen erlauben es auch für kreative Köpfe ganz neue Bilder zu gestalten ohne dabei auf vorhandene Fotos zurückzugreifen. Dazu dient auch der Wacom Tablet Support der einem erlaubt Zeichnungen oder Malereien mit Hilfe eines digital erfassbaren Stiftes zu erstellen.

Natürlich unterstützen Gimp und Gwenview alle möglichen Bilddatenformate nicht nur fürs Importieren sondern auch Exportieren.
Gwenview erlaubt darüber hinaus auch das Erstellen von Webgalerien, Videos oder gar ganzen Kalendern.


Möchte man eine Kollage, Diagramme oder Zeichnungen erstellen hilft einem das Programm LibreOffice Draw weiter. Hier lassen sich problemlos mehrere Bilder z.B. nebeneinander auf eine DIN A4 Seite anordnen, Pfeile und Hervorhebungen anbringen und Texte ergänzen.
Das Speichern ist neben in vielen Bildformaten auch als PDF Dokument möglich.

In Sachen Bildbetrachtung und -bearbeitung liefert Neptune drei starke Programme direkt mit.
Natürlich lassen sich auch weitere Programme, wie digikam, rawtherapee, mypaint oder krita problemlos per Paketmanager installieren.

Warum man sich Neptune unbedingt mal anschauen sollte (Teil 3)

In diesem Artikel soll es nochmal um die Multimediafähigkeiten von Neptune gehen. Fortsetzen wollen wir mit dem Audiobereich in dem Neptune gute Bearbeitungs- und Wiedergabesoftware ausliefert.

Neptune liefert zur Bearbeitung von Audiodateien, neben dem Konvertierungstool Encode (siehe Teil2) auch das einfache Schnittprogramm Audacity mit.
Wer einen kleinen Podcast aufnehmen will oder ein analoges Audiosignal digitalisieren will wird die Aufnahmefunktion von Audacity lieben. Einfach richtiges Eingabegerät auswählen und auf Aufnahme klicken.

Die Aufnahme beginnt sofort und zeigt auch gleich die Wave Form des aufgenommen Audiosignals an. Zur Kontrolle der Lautstärke lässt sich aber auch das Mikrofon Symbol oben rechts benutzen, dass den Ausschlag samt grafischer Anzeige der Übersteuerung visualisiert. Die Aufnahme lässt sich natürlich ohne große Probleme auch auf Stereo umschalten, falls auch live Instrumente aufgezeichnet werden sollen und nicht nur gesprochener Text.
Nach erfolgreicher Aufnahme erfolgt die Bearbeitung. Hier bietet Audacity alle Grundlagen für einen guten Podcast. Ein- und Ausblenden ist ebenso möglich wie die zahlreichen Korrekturmöglichkeiten. Darunter z.B. der Normalisierer für die Lautstärke oder auch der Rauschentferner, falls die Schallplatte doch ein wenig knistert als man erwartet hat oder ganz einfach das günstige Mikrofon nicht immer ganz kristallklar die Stimme hat rüberbringen können.


Audacity bringt darüber hinaus noch einige etwas professionellere Anpassungsmöglichkeiten mit sich, wie etwa einen Kompressor oder aber auch Equalizer. Wer den Bass etwas verstärken möchte erhält auch ein praktisches Werkzeug dafür. Dank einer Plugin Architektur bietet das Programm noch eine stattliche Anzahl an Zusatzplugins. Dazu gehören recht coole Plugins, wie ein Phaser mit dem man dann auch einen sehr abgespacten Vortrag oder ein Hörspiel gestalten kann, diverse High- und Lowpass Filter, Crossfader,  und und und. Selbst ein Voice Remove steht allen zur Verfügung die vielleicht demnächst eine Karaoke Party planen und einige Songs von ihren Stimmen befreien wollen. 
Grundsätzlich lässt Audacity natürlich auch die Bearbeitung und Zusammenführung von mehreren Spuren zu und so lässt sich das erzeugte und fertig geschnittene Meisterwerk, dann auch ohne große Probleme in diverse Audioformate, wie mp3, ogg, wav und flac bringen. 
Also eine ideale Möglichkeit um mal schnelle eine Audiodatei zu schneiden mit Effekten zu versehen und dann in einem gängigen Format irgendwo zu veröffentlichen. 

Wer es aber eine Stufe professioneller haben will für den bietet Neptune das ultima ratio in Sachen Audiobearbeitung unter Linux an, Ardour. 


Alles was mit Audioschnitt zutun hat, sei es ein Podcast, das einbinden von Midi Instrumenten oder das ansteuern von professionellen Schnittpulten, oder alles gemeinsam, kann Ardour. Es bietet eine sehr gute Oberfläche für die kinderleichte Bearbeitung von mehreren Audiospuren. Überlagern, verschieben, Ein- und Ausblenden, Normalisieren und und und gehören zu seinem Repertoire. 
Dank des hervorragenden Jack Sound Daemon ist es sehr einfach möglich mehrere Instrumente, Mikrofone oder Midi Eingabegeräte auf einmal aufzunehmen. Wer also plant eine kleine Radiostation aufzumachen oder einen Podcasts mit live Schalten und vielen verschiedenen Eingabequellen aufzunehmen ist hier an der richtigen Adresse. 
Das ideale Tool für Komponisten, Audioprofis und Musiker. Dank des Pluginsupportes ist es auch spielend einfach möglich zusätzliche professionelle und teils teure Zusatzfunktionen zu nutzen, die einem helfen sein Musikstück zu verbessern. 

 

Selbst wenn der Ton in einem Video verbessert und sehr genau geschnitten werden muss ermöglicht Ardour die Vorschau der einzelnen Videobilder und sogar die Ausgabe des Videostreams in einem eigenen Fenster um seinen Schnitt Bildgenau zu machen und evtl. mit mehreren Monitoren zu arbeiten. 
Hier liegt auch eines der stärken von Ardour die Anpassbarkeit der Oberfläche. 

Hat man seinen Podcast, Musikstück oder Musikclip fertiggestellt und möchte es anhören oder einfach mal entspannen und einen anderen Song aus seiner Sammlung anhören so hilft einem das Programm Amarok.


Amarok ermöglicht das verwalten einer großen oder auch kleinen Musiksammlung. Musik wird automatisch nach Interpret, Genre, Album und weiteren Merkmalen sortiert und man kann mit einer einfachen Suche schnell und einfach sein Lieblingslied finden und abspielen.
Wer gerne zu seinem Lieblingssong mitsingen möchte dem bietet Amarok auch passend direkt den Liedtext zum aktuell abgespielten Song an. Möchte man darüber hinaus evtl. etwas mehr zum Interpreten erfahren, oder einfach mal schauen was gibt es noch für Alben oder Songs des Interpreten hilft die eingebaute Wikipedia Info Seite, die einem meist eine Biographie sowie Discographie zum Interpreten liefert.


Möchte man ein Album kaufen bietet Amarok zahlreiche Musikstores an, wie z.B. Magnatune oder Amazon. Streamingdienste, wie LibreFM oder LastFM aber auch Podcastverzeichnisse oder Creative Commons Musikportale, wie jamendo stehen als Module in Amarok zur Verfügung. Darüber hinaus können weitere Module eingebunden werden.
Mit Hilfe des MTP Sammlungsmodul beispielsweise lässt sich problemlos die Musik- oder Podcastsammlung auf dem Smartphone verwalten. Selbst für iPhone/iPad und iPod steht ein Modul zur Verfügung. CD Sammlungen sowie entfernte Netzwerksammlungen lassen sich natürlich auch mit Hilfe von Modulen in Amarok einbinden.
Wer darüber hinaus Amarok erweitern will, dem stehen zahlreiche Skripte zur Verfügung.

Diese helfen einem unter anderem weitere Quellen einzubinden, wie aktuelle Charts Hits, oder aber einfach auch einen besseren Liedtext (Lyrics)-Anbieter zu finden.
Die Steuerung des Players mit Hilfe des Smartphones kann mittels eines Skriptes nachgerüstet werden ebenso wie der Support für Google Music. Sehr schön ist auch das Gute Nacht Skript (Good night) was einem erlaubt einzustellen, wann der Player die Musikabdämpfen soll und den Rechner schlafen legen soll. Ein ideales Skript, wenn man nur mit Musik richtig einschlafen kann.

Allen Liebhabern des Midi Sounds, dessen Soundkarte keinen Midi Chip enthält, bietet das Paket midi-support Abhilfe.  Es liefert die benötigten Synthesizer, so dass man direkt mit VLC und dem vlc-plugin-fluidsynth Paket Midi Dateien abspielen kann.


Neptune bietet also eine gute Auswahl an Audioschnitt sowie Audiowiedergabe Programmen an.

Im nächsten Teil werfen wir einen Blick auf Bilder und Bildbearbeitung unter Neptune.

Warum man sich Neptune unbedingt mal anschauen sollte (Teil 2)

Neptune bietet ein sehr umfangreiches Multimediaangebot von Bildbearbeitung über Audiobearbeitung hinzu Videobearbeitung. In diesem Teil schaue ich etwas genauer auf die Videobearbeitung und Wiedergabe und die Programme die Neptune dafür ausliefert.
Zunächst sei da die Eigenentwicklung Encode genannt. Es handelt sich dabei um ein Audio & Videokonvertiertool das auf der hervorragenden ffmpeg Technologie beruht. Damit ist es möglich eine Vielzahl (alle bekannten) Codecs zu lesen und zu schreiben, also ideale Voraussetzungen für einen Konverter.


Encode bietet clevere Funktionen die das Konvertieren von einer Datei, mittels Warteschlange, nicht nur in ein anderes sondern mehrere andere Formate unterstützt. Gibt man beispielsweise einen Podcast heraus und benötigt von einer Datei unterschiedliche Kopien in unterschiedlichen Formaten ist das das ideale Tool um dies zu realisieren. 
Aber auch wenn man sein im MKV Container steckendes Video einfach nur in ein anderes für den Medienspieler kompatibleres MP4 Format bringen will gelingt dies mit zwei drei einfachen Klicks auf Anhieb, ohne dass etwas neu enkodiert werden müsste. 



Natürlich bietet Encode auch an Auflösung & Bildformat zu ändern, genauso wie eine Tonspur aus einem Video zu filtern. Wer seinen Tonfilm in einen Stummfilm verwandeln will kann das ebenso machen wie aus einem Video das Audio heraus zu extrahieren. Gerade letztere Funktion mag denjenigen sehr helfen die Musikvideos aus dem Internet laden und nur die Audiospur behalten wollen. 



A pros pros Videos aus dem Internet laden. Hierfür bietet Neptune natürlich auch ein Tool an, Yavtd. 
Yet Another Video Tube Downloader ermöglicht es Videos vom Youtube Portal herunterzuladen. Dazu gibt es auch direkt die praktische Möglichkeit, dieses Video nicht nur herunterzuladen sondern auch direkt die Tonspur als MP3 abzuspeichern. 

Was ist eigentlich bei Neptune möglich, wenn man noch etwas mehr machen möchte als nur Umkonvertieren oder Herunterladen von Videos ? 
Alle die Urlaubsfotos gemacht haben und sich diese nach dem Urlaub mal anschauen wollen wird schnell auffallen, dass das reine Anschauen von den, dank Digitalkameras, immer mehr werdenden Fotos schnell sehr langweilig werden kann. 
Aus diesem Grund fangen die meisten an irgendwann zu jedem Foto eine Geschichte zu erzählen und verlieren sich meistens in Details, so dass das Anschauen noch länger dauert oder gar nicht erst zu Ende geführt wird. 
Eine Abhilfe könnte hier eine Diashow schaffen, die mit Hilfe von Bewegung und Ton versucht die Geschichte des Bildes und somit des Urlaubs besser rüberzubringen. Dazu hat Neptune mit dem Videoeditor Kdenlive ein sehr mächtiges Werkzeug mit an Board, dass eben hier sogar einen speziellen Assistenten bietet der es einem ermöglicht auf einfachste Art und Weise eine bewegte Slideshow zu erstellen. 

Einzig den Soundtrack für die Tonspur muss man noch manuell passend zu der Slideshow auswählen und hinzufügen. Kdenlive bietet hier eine gute visuelle Ansicht der Tonspur, so dass auch präzise Schnitte möglich sind. Wie wäre es z.B. neben der Slideshow noch ein kleines lustiges Video mit dem Spruch des Urlaubs, den man rein zufällig als Video aufgezeichnet hat, einzufügen. 
Dazu müsste man natürlich die Hintergrundmusik kurz leiser machen und dann wieder lauter weiterlaufen lassen. Natürlich sollte dies nicht abrupt passieren sondern schön weich durch langsames Aus- und Einblenden.
Kein Problem dass alles kann Kdenlive ohne große Probleme direkt machen. Keyframes, mehrere Spuren, Übergangseffekte, Farbkorrekturen gehören genauso zum Bestandteil von Kdenlive wie eine sehr gute Exportmöglichkeit der Videos in alle gängigen Formate. 



Dies kann natürlich Anfänger etwas überfordern, deshalb gibt es auch eine deutschsprachige Kdenlive Videoanleitung extra für Neptune Nutzer, die Grundlagen vermitteln aber auch fortgeschrittenere Tipps und Tricks rund um Kdenlive bieten. Dazu gehören z.B. das Klonen eines Menschen im Videoschnitt, Kinoflair in einen Film bringen, Online Ressourcen einbinden und und und. 





Wer noch mehr zu Kdenlive erfahren möchte und auch mal die Sicht eines Videoschnittprofis zu Kdenlive hören will dem kann ich nur die RadioTux Sendung April 2014 empfehlen.
Wer sein Video fertig geschnitten hat will es sich natürlich auch ansehen. Hier bietet Neptune natürlich auch einen der besten Videoplayer an die der Markt zu bieten hat, VLC. 




Der VideoLan Client spielt eigentlich alles ab was man ihm so in den Rachen wirft. Sei es ein hochauflösendes Video in 10Bit oder eine alte Handyaufnahme die man noch mit seinem Klapptelefon gemacht hat. Videos mit mehreren Tonspuren oder auch Untertiteln sind allesamt kein Problem für diesen Player. Selbst Youtube Links kann er verarbeiten und das dazugehörige Video abspielen. 


Im Videobereich bietet Neptune alles was das Herz begehrt. Von einfachem Videos von Online Portalen besorgen über Umkonvertieren von Videos bis hinzu Videoschnitt ist alles geboten. 
Und natürlich kann man sich die fertig geschnittenen Videos im Videoplayer VLC dann auch direkt anschauen. 


Im nächsten Teil werfen wir einen Blick darauf wie es im Audiobereich bei Neptune aussieht. 

Warum man sich Neptune unbedingt mal anschauen sollte (Teil 1)

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Linux Distribution Neptune, die unter anderem auch von mir mit entwickelt wird und vor kurzem in der Version 4.0 erschienen ist.
Ich versuche hiermit darauf einzugehen, warum Neptune so spannend ist und weshalb man es sich unbedingt mal anschauen sollte, auch wenn man eigentlich meint alles in Sachen Linux Distributionen schon gesehen zu haben.
Neptune gehört zur großen Familie der Linux Distribtutionen, von denen es zahlreiche gibt und jedes Jahr neue hinzukommen. Linux Distribtutionen sind im Grunde nichts anderes als Softwarezusammenstellungen rund um das Betriebssystem Linux und ausgestattet mit reichlich Software meist aus dem Freie Software oder Open Source Bereich.
In den Anfangszeiten von Linux waren diese Distributionen nicht so zahlreich, weil es recht komplex war diese zu Erstellen und das Internet als Medium der Distribution eigentlich nicht zu gebrauchen war, wegen der langsamen Geschwindigkeit. Also wurden die meisten Distributionen auf CDs gepresst und verkauft. Die Zeiten von Software die auf CDs oder DVDs verkauft wird ist aber dank der schnellen Internetleitungen so langsam vorbei. Heutzutage werden Distributionen übers Internet weltweit verteilt.

Die Erstellung von Distributionen ist zudem mit der einhergehenden Standardisierung der Linux Kernkomponenten (also alles das was zu einem vollständigen Linux Desktop System zu gehören hat) auch deutlich vereinfacht worden, so dass heutzutage eigentlich jeder mit etwas Technikverstand relativ einfach eine Linux Distribution zusammenbauen kann. Ja man könnte fast schon von einem Boom dieser Distributionen sprechen. Interessant ist hierbei aber zu beachten, dass die meisten dieser neuen Distributionen auf Basis einer bestehenden alten Distribution zusammengebastelt wird. Die Aufgabe für einen einzelnen oder eine Schaar von Leuten eine komplette Distributionen von Null an aufzubauen ist eben sehr mühselig und entspricht nicht der Motivation der meisten die eine Linux Distribution erschaffen.
Nach dem Motto der Freien Software Bewegung möchten die meisten dieser Ersteller einige Dinge ihrer Lieblingsdistribution einfach nur anpassen, besser machen, verändern. Und dies ist am einfachsten indem man sich einfach nimmt was schon da ist und es eben nach seinen wünschen anpasst. So ist auch Neptune geboren worden.
Anfangs noch als Karnevalsnachwirkung entwickelte sich Neptune dank des Feedbacks der Community zu etwas größerem. Es wurde experimentiert es wurde gelernt, man hatte Spaß und entwickelte fröhlich gemeinsam an etwas neuem herum. Richtig ernst wurde es um Neptune als sich 3 Informatikstudenten (einer von denen war ich) fanden und aus Neptune ein Studienprojekt machten.

Es war das erste mal, dass Neptune mehr war als eine Experimentierwiese für neue Software oder Softwaretechnologien. Wir traten mit konkreten Ideen an Probleme die Studenten an unserer Uni hatten zu lösen und setzten vor allen Dingen auf den Punkt: "Ein System immer und überall in seiner Tasche auf einem USB Stick. Einfach an einen Rechner anstöbseln und man kann auf seinen gewohnten Desktop booten." Diese Idee führte zu der Entwicklung von zahlreichen spannenden Tools in Neptune, die das Arbeiten als Live System vom USB Stick mit der Möglichkeit des Speicherns all seiner Daten auf diesen Stick verband. Natürlich war diese technische Entwicklung fest verbunden mit der Ästhetik der Distribution. Wir wussten von Anfang an, dass Nutzer dieses System nur nutzen würden, wenn der Desktop nicht nur funktional ist, sondern auch sehr gut aussieht. Also entschieden wir uns damals für KDE als Desktopumgebung, da es einerseits sehr viel Funktionen mit sich brachte und andererseits sehr gute Anpassbarkeit und Individualisierung erlaubte.
Natürlich wollten und wollen wir uns immer noch abheben von den meisten anderen Linux Distributionen die ebenfalls einen KDE Desktop ausliefern. Dazu haben wir vor allen Dingen das Aussehen sowie einige andere Änderungen an der Standardkonfiguration durchgeführt. Sicherlich kann man die auch bei jeder anderen Distribution genauso durchführen, allerdings benötigt dies Zeit und Erfahrung, wo nun welche Checkbox und welcher Knopf gedrückt werden muss um ein bestimmtes Aussehen oder Verhalten zu bekommen. Neptune gehört heutzutage zu einer der wenigen Linux Distributionen mit KDE Desktop die einen vollständig vorkonfigurierten Desktop mit sich bringen, der nicht nur funktional sinnvoll konfiguriert ist, sondern auch ästhetisch zu gänzen weiß.
Der klassische Desktop steht dabei im Vordergrund, also eine Arbeitsfläche die darauf ausgelegt ist mit Tastatur und Maus bedient zu werden und dessen zentrales Hauptaugenmerk auf Dateien und Dateiverwaltung liegt. Die Dateiverwaltung mittels des besten Dateimanagers, den man in der Linux Welt finden kann, Dolphin, wird ergänzt durch Zusatzfunktionen, die das Arbeiten mit Dateien, wie Komprimieren, Versenden per Mail, Umkonvertieren, Brennen, Drucken, Verschlüsseln, ermöglicht.

   

Der klassische Aufbau bestehend aus Symbolen, einem Panel mit offenen Anwendungen als Tasks gruppiert ist ebenso der ideale Desktop für Umsteiger von anderen Betriebssystemen wie Windows oder OS X. Bewährte und bereits gelernte Bedienelemente und Bediengewohnheiten müssen nicht neu erlernt werden, sondern können nur mit der enormen Funktionsvielfalt und neuen Programmen ergänzt werden.
Das Herumexperimentieren und Spaß haben am verändern der Oberfläche und Anpassen der Gewohnheiten soll einem nicht vom Arbeiten abhalten. Somit gehört der von uns vorkonfigurierte KDE Plasma Desktop zu einen der besten Desktoperfahrungen die man in der Personal Computer Welt bekommen kann.

All diese Konzepte die wir anfänglich für Informatikstudenten entwickelt haben (zusammen mit ein paar für diesen Fachbereich spezifischen Programmen) passen auch hervorragend auf andere Anwendergruppen und haben dazu geführt, dass wir unsere anfängliche Zielgruppe stark erweitert haben um Technikinteressierte bis hin zu blutigen Anfängern, die sich einmal ihr System einrichten lassen und es dann Stück für Stück erlernen und erleben wollen.
Um diese neue Zielgruppe auch gut erreichen zu können und diese auf den Geschmack von Neptune zu bringen musste auch eine Werbestrategie entwickelt werden. In dem Markt der immer mehr wachsenden Linux Distributionen, bei denen auch einige nur eine kurze Lebenszeit haben, ist es wichtig das Interesse und das Vertrauen der potentiellen Zielgruppe zu gewinnen. Getreu dem Motto Bilder sagen mehr als tausend Worte, war uns aber ein werben mit Screenshots und Featurelisten in Text Form nicht genug.

Die Werbeindustrie hat es vorgemacht. Mit einem coolen Beat und bewegten Bildern fängt man die Leute am besten ein. So entschlossen wir uns einer der ersten Linux Distributionen zu werden, die mit Werbefilmchen ihre Distribution vorstellen.

   

 Die Erfahrung aus den Werbefilmchen und das enorme Interesse der Zielgruppe, selber Hand anlegen zu können und eigene Filme zu schneiden führte dazu, dass wir entschließen auch einen starken Punkt auf Multimedia in unserer Distribution zu legen. Bis heute bietet Neptune das beste was die Free Software und OpenSource Welt zu bieten hat, wenn es darum geht eigene Filme zu schneiden oder einen eigenen Soundtrack zu generieren.

mehr zu diesem letzten Punkt wird es in den folgenden Teilen geben.

Sysctl Tweaks die wirklich helfen

Ich schwärme ja seit einiger Zeit über ein paar sysctl Tweaks für Linux die wir unter anderem in Neptune verwenden um so den Speed zu erhöhen. Zudem setze ich die gleiche Konfiguration auch auf meinen Linux basierenden Smartphones / Tablets ein und kann dadurch auch bei älteren Geräten mit etwas weniger Speicher mehr Geschwindigkeit herausholen. Immer wieder werde ich auch nach der Konfiguration gefragt und möchte diese aus diesem Grund hier einmal posten.

#sysctl.conf file
#
#############################
## Battery life tweaks #
#############################
vm.dirty_writeback_centisecs=3000
vm.dirty_expire_centisecs=500
#
#
#############################
## CPU tweaks #
#############################
#
## Queue size modifications
net.core.optmem_max=20480
net.unix.max_dgram_qlen=50
#
## Net Core Settings
## Location: /proc/sys/net/core
net.core.wmem_max=524288
net.core.rmem_max=524288
net.core.rmem_default=256960
net.core.wmem_default=256960
#
#############################
## VM & Filesystem tweaks #
#############################
fs.lease-break-time=10
#fs.file-max=65536
vm.overcommit_memory=1
vm.min_free_order_shift=4
vm.block_dump=0
vm.oom_dump_tasks=1
vm.page-cluster=0
#
#############################
## Net Speed tweaks #
#############################
#
## UnderUtilized Networking Tweaks below as recommended by avgjoemomma (from XDA)
net.ipv4.tcp_congestion_control=cubic
#
# # Hardening the TCP/IP stack to SYN attacks
net.ipv4.tcp_syncookies=1
net.ipv4.conf.all.rp_filter=1
net.ipv4.conf.default.rp_filter=1
net.ipv4.tcp_synack_retries=2
net.ipv4.tcp_syn_retries=2
net.ipv4.tcp_max_syn_backlog=1024
net.ipv4.tcp_max_tw_buckets=16384
net.ipv4.icmp_echo_ignore_all=1
net.ipv4.icmp_ignore_bogus_error_responses=1
net.ipv4.tcp_no_metrics_save=1
net.ipv4.tcp_fin_timeout=15
net.ipv4.tcp_keepalive_time=1800
net.ipv4.ip_forward=0
net.ipv4.tcp_moderate_rcvbuf=1
net.ipv4.route.flush=1
net.ipv4.udp_rmem_min=6144
net.ipv4.udp_wmem_min=6144
net.ipv4.tcp_rfc1337=1
net.ipv4.ip_no_pmtu_disc=0
net.ipv4.tcp_ecn=0
net.ipv4.tcp_sack=1
net.ipv4.tcp_fack=1
#
# Don't accept source routing
net.ipv4.conf.default.accept_source_route=0
net.ipv4.conf.all.accept_source_route=0
#
# Don't accept redirects
net.ipv4.conf.all.accept_redirects=0
net.ipv4.conf.default.accept_redirects=0
net.ipv4.conf.all.secure_redirects=0
net.ipv4.conf.default.secure_redirects=0

####################################
## previous Neptune tweak settings #
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# Set swappiness to very low - Try to use as much memory as you can before swapping
vm.swappiness = 26

# Controls the tendency of the kernel to reclaim the memory which is used for
# caching of directory and inode objects. - Prefer to clear dentry and inode caches
vm.vfs_cache_pressure = 10000

# Contains, as a percentage of total system memory, the number of pages at which a
# process which is generating disk writes will itself start writing out dirty data.
vm.dirty_ratio = 10

# Contains, as a percentage of total system memory, the number of pages at which
# the pdflush background writeback daemon will start writing out dirty data.
vm.dirty_background_ratio = 5


Wichtig hierbei ist der Wert vm.swappiness der in diesem Fall für 1-2 GB RAM auf 26 steht. Habt ihr mehr RAM könnt ihr dementsprechend das ganze herabsetzen. Es zuweit herabzusetzen würde ich allerdings nicht empfehlen.

Update: Tritt zu starkes stocken bei voll laufendem RAM mit zu niedrigem vm.swappiness auf, kann das ganze natürlich auch hoch gesetzt werden. Bei 1 GB RAM kann hier z.B. 40 ein deutlich besserer Wert sein.