Warum man sich Neptune unbedingt mal anschauen sollte (Teil 4)

Wir werfen in diesem Artikel einen genaueren Blick auf die Multimediafähigkeiten von Neptune im Bereich Bilderverwaltung und -bearbeitung.

Neptune bringt für die Bilderverwaltung die KDE Anwendung Gwenview mit. Diese bietet zahlreiche Import bzw. Export Funktionen.
Möchte man beispielsweise Bilder von einer Digitalkamera importieren lässt sich dies mit Hilfe eines sehr einfachen Assistenten durchführen.



Hier wird einem ermöglicht die Bilder der Kamera bzw. Speicherkarte auszuwählen und einen Zielort anzugeben. Ein Klick auf Import und wenige Sekunden später sind die Bilder bereits auf der Festplatte.
Hier können die Bilder komfortabel angeschaut und sortiert werden. Dazu bringt Gwenview, neben der Standardansicht, auch einen Vollbildmodus mit, der mit Vorschaubildern dabei hilft die richtigen Fotos auszuwählen.


Außerdem gibt es eine Diashow Funktion zu Präsentationszwecken.
Möchte man die Fotos optimieren so erlauben einfache Bearbeitungsfunktionen z.B. das Entfernen roter Augen, Spiegeln, Drehen oder Zuschneiden von Bildern. Die bearbeiteten Bilder können dann sogar unter anderem Namen abgespeichert werden, falls das Original behalten werden soll.
Mit Hilfe von Import und Export Modulen ist das Exportieren hin zu Facebook, Flickr, Picasa und viele weitere möglich.


Möchte man richtig in die Bilderbearbeitung einsteigen und außergewöhnliche Veränderungen an einem Bild vornehmen bietet Neptune das beste OpenSource Tool in diesem Bereich an, nämlich Gimp.
Mit Gimp erhält man neben vielen Basisbearbeitungsfunktionen, auch Profibearbeitungsoptionen und somit viel Optimierungspotential für ein Foto.


So lassen sich beispielsweise die Schwellwerte eines Bildes ändern und so Schwarz- und Weißpunkte in einem Bild festlegen um einen besseren Kontrast zu erzielen. Auch mittlere Farbwerte lassen sich anheben bzw. absenken um ein zu dunkel oder hell aufgenommenes Bild zu optimieren.
Darüber hinaus bietet Gimp einen guten Druckassistenten der einem ermöglicht sein Foto pass genau auf eine Seite zu drucken.
Die vielen in Gimp mitgelieferten Filter Funktionen erlauben es auch für kreative Köpfe ganz neue Bilder zu gestalten ohne dabei auf vorhandene Fotos zurückzugreifen. Dazu dient auch der Wacom Tablet Support der einem erlaubt Zeichnungen oder Malereien mit Hilfe eines digital erfassbaren Stiftes zu erstellen.

Natürlich unterstützen Gimp und Gwenview alle möglichen Bilddatenformate nicht nur fürs Importieren sondern auch Exportieren.
Gwenview erlaubt darüber hinaus auch das Erstellen von Webgalerien, Videos oder gar ganzen Kalendern.


Möchte man eine Kollage, Diagramme oder Zeichnungen erstellen hilft einem das Programm LibreOffice Draw weiter. Hier lassen sich problemlos mehrere Bilder z.B. nebeneinander auf eine DIN A4 Seite anordnen, Pfeile und Hervorhebungen anbringen und Texte ergänzen.
Das Speichern ist neben in vielen Bildformaten auch als PDF Dokument möglich.

In Sachen Bildbetrachtung und -bearbeitung liefert Neptune drei starke Programme direkt mit.
Natürlich lassen sich auch weitere Programme, wie digikam, rawtherapee, mypaint oder krita problemlos per Paketmanager installieren.

Warum man sich Neptune unbedingt mal anschauen sollte (Teil 3)

In diesem Artikel soll es nochmal um die Multimediafähigkeiten von Neptune gehen. Fortsetzen wollen wir mit dem Audiobereich in dem Neptune gute Bearbeitungs- und Wiedergabesoftware ausliefert.

Neptune liefert zur Bearbeitung von Audiodateien, neben dem Konvertierungstool Encode (siehe Teil2) auch das einfache Schnittprogramm Audacity mit.
Wer einen kleinen Podcast aufnehmen will oder ein analoges Audiosignal digitalisieren will wird die Aufnahmefunktion von Audacity lieben. Einfach richtiges Eingabegerät auswählen und auf Aufnahme klicken.

Die Aufnahme beginnt sofort und zeigt auch gleich die Wave Form des aufgenommen Audiosignals an. Zur Kontrolle der Lautstärke lässt sich aber auch das Mikrofon Symbol oben rechts benutzen, dass den Ausschlag samt grafischer Anzeige der Übersteuerung visualisiert. Die Aufnahme lässt sich natürlich ohne große Probleme auch auf Stereo umschalten, falls auch live Instrumente aufgezeichnet werden sollen und nicht nur gesprochener Text.
Nach erfolgreicher Aufnahme erfolgt die Bearbeitung. Hier bietet Audacity alle Grundlagen für einen guten Podcast. Ein- und Ausblenden ist ebenso möglich wie die zahlreichen Korrekturmöglichkeiten. Darunter z.B. der Normalisierer für die Lautstärke oder auch der Rauschentferner, falls die Schallplatte doch ein wenig knistert als man erwartet hat oder ganz einfach das günstige Mikrofon nicht immer ganz kristallklar die Stimme hat rüberbringen können.


Audacity bringt darüber hinaus noch einige etwas professionellere Anpassungsmöglichkeiten mit sich, wie etwa einen Kompressor oder aber auch Equalizer. Wer den Bass etwas verstärken möchte erhält auch ein praktisches Werkzeug dafür. Dank einer Plugin Architektur bietet das Programm noch eine stattliche Anzahl an Zusatzplugins. Dazu gehören recht coole Plugins, wie ein Phaser mit dem man dann auch einen sehr abgespacten Vortrag oder ein Hörspiel gestalten kann, diverse High- und Lowpass Filter, Crossfader,  und und und. Selbst ein Voice Remove steht allen zur Verfügung die vielleicht demnächst eine Karaoke Party planen und einige Songs von ihren Stimmen befreien wollen. 
Grundsätzlich lässt Audacity natürlich auch die Bearbeitung und Zusammenführung von mehreren Spuren zu und so lässt sich das erzeugte und fertig geschnittene Meisterwerk, dann auch ohne große Probleme in diverse Audioformate, wie mp3, ogg, wav und flac bringen. 
Also eine ideale Möglichkeit um mal schnelle eine Audiodatei zu schneiden mit Effekten zu versehen und dann in einem gängigen Format irgendwo zu veröffentlichen. 

Wer es aber eine Stufe professioneller haben will für den bietet Neptune das ultima ratio in Sachen Audiobearbeitung unter Linux an, Ardour. 


Alles was mit Audioschnitt zutun hat, sei es ein Podcast, das einbinden von Midi Instrumenten oder das ansteuern von professionellen Schnittpulten, oder alles gemeinsam, kann Ardour. Es bietet eine sehr gute Oberfläche für die kinderleichte Bearbeitung von mehreren Audiospuren. Überlagern, verschieben, Ein- und Ausblenden, Normalisieren und und und gehören zu seinem Repertoire. 
Dank des hervorragenden Jack Sound Daemon ist es sehr einfach möglich mehrere Instrumente, Mikrofone oder Midi Eingabegeräte auf einmal aufzunehmen. Wer also plant eine kleine Radiostation aufzumachen oder einen Podcasts mit live Schalten und vielen verschiedenen Eingabequellen aufzunehmen ist hier an der richtigen Adresse. 
Das ideale Tool für Komponisten, Audioprofis und Musiker. Dank des Pluginsupportes ist es auch spielend einfach möglich zusätzliche professionelle und teils teure Zusatzfunktionen zu nutzen, die einem helfen sein Musikstück zu verbessern. 

 

Selbst wenn der Ton in einem Video verbessert und sehr genau geschnitten werden muss ermöglicht Ardour die Vorschau der einzelnen Videobilder und sogar die Ausgabe des Videostreams in einem eigenen Fenster um seinen Schnitt Bildgenau zu machen und evtl. mit mehreren Monitoren zu arbeiten. 
Hier liegt auch eines der stärken von Ardour die Anpassbarkeit der Oberfläche. 

Hat man seinen Podcast, Musikstück oder Musikclip fertiggestellt und möchte es anhören oder einfach mal entspannen und einen anderen Song aus seiner Sammlung anhören so hilft einem das Programm Amarok.


Amarok ermöglicht das verwalten einer großen oder auch kleinen Musiksammlung. Musik wird automatisch nach Interpret, Genre, Album und weiteren Merkmalen sortiert und man kann mit einer einfachen Suche schnell und einfach sein Lieblingslied finden und abspielen.
Wer gerne zu seinem Lieblingssong mitsingen möchte dem bietet Amarok auch passend direkt den Liedtext zum aktuell abgespielten Song an. Möchte man darüber hinaus evtl. etwas mehr zum Interpreten erfahren, oder einfach mal schauen was gibt es noch für Alben oder Songs des Interpreten hilft die eingebaute Wikipedia Info Seite, die einem meist eine Biographie sowie Discographie zum Interpreten liefert.


Möchte man ein Album kaufen bietet Amarok zahlreiche Musikstores an, wie z.B. Magnatune oder Amazon. Streamingdienste, wie LibreFM oder LastFM aber auch Podcastverzeichnisse oder Creative Commons Musikportale, wie jamendo stehen als Module in Amarok zur Verfügung. Darüber hinaus können weitere Module eingebunden werden.
Mit Hilfe des MTP Sammlungsmodul beispielsweise lässt sich problemlos die Musik- oder Podcastsammlung auf dem Smartphone verwalten. Selbst für iPhone/iPad und iPod steht ein Modul zur Verfügung. CD Sammlungen sowie entfernte Netzwerksammlungen lassen sich natürlich auch mit Hilfe von Modulen in Amarok einbinden.
Wer darüber hinaus Amarok erweitern will, dem stehen zahlreiche Skripte zur Verfügung.

Diese helfen einem unter anderem weitere Quellen einzubinden, wie aktuelle Charts Hits, oder aber einfach auch einen besseren Liedtext (Lyrics)-Anbieter zu finden.
Die Steuerung des Players mit Hilfe des Smartphones kann mittels eines Skriptes nachgerüstet werden ebenso wie der Support für Google Music. Sehr schön ist auch das Gute Nacht Skript (Good night) was einem erlaubt einzustellen, wann der Player die Musikabdämpfen soll und den Rechner schlafen legen soll. Ein ideales Skript, wenn man nur mit Musik richtig einschlafen kann.

Allen Liebhabern des Midi Sounds, dessen Soundkarte keinen Midi Chip enthält, bietet das Paket midi-support Abhilfe.  Es liefert die benötigten Synthesizer, so dass man direkt mit VLC und dem vlc-plugin-fluidsynth Paket Midi Dateien abspielen kann.


Neptune bietet also eine gute Auswahl an Audioschnitt sowie Audiowiedergabe Programmen an.

Im nächsten Teil werfen wir einen Blick auf Bilder und Bildbearbeitung unter Neptune.

Warum man sich Neptune unbedingt mal anschauen sollte (Teil 2)

Neptune bietet ein sehr umfangreiches Multimediaangebot von Bildbearbeitung über Audiobearbeitung hinzu Videobearbeitung. In diesem Teil schaue ich etwas genauer auf die Videobearbeitung und Wiedergabe und die Programme die Neptune dafür ausliefert.
Zunächst sei da die Eigenentwicklung Encode genannt. Es handelt sich dabei um ein Audio & Videokonvertiertool das auf der hervorragenden ffmpeg Technologie beruht. Damit ist es möglich eine Vielzahl (alle bekannten) Codecs zu lesen und zu schreiben, also ideale Voraussetzungen für einen Konverter.


Encode bietet clevere Funktionen die das Konvertieren von einer Datei, mittels Warteschlange, nicht nur in ein anderes sondern mehrere andere Formate unterstützt. Gibt man beispielsweise einen Podcast heraus und benötigt von einer Datei unterschiedliche Kopien in unterschiedlichen Formaten ist das das ideale Tool um dies zu realisieren. 
Aber auch wenn man sein im MKV Container steckendes Video einfach nur in ein anderes für den Medienspieler kompatibleres MP4 Format bringen will gelingt dies mit zwei drei einfachen Klicks auf Anhieb, ohne dass etwas neu enkodiert werden müsste. 



Natürlich bietet Encode auch an Auflösung & Bildformat zu ändern, genauso wie eine Tonspur aus einem Video zu filtern. Wer seinen Tonfilm in einen Stummfilm verwandeln will kann das ebenso machen wie aus einem Video das Audio heraus zu extrahieren. Gerade letztere Funktion mag denjenigen sehr helfen die Musikvideos aus dem Internet laden und nur die Audiospur behalten wollen. 



A pros pros Videos aus dem Internet laden. Hierfür bietet Neptune natürlich auch ein Tool an, Yavtd. 
Yet Another Video Tube Downloader ermöglicht es Videos vom Youtube Portal herunterzuladen. Dazu gibt es auch direkt die praktische Möglichkeit, dieses Video nicht nur herunterzuladen sondern auch direkt die Tonspur als MP3 abzuspeichern. 

Was ist eigentlich bei Neptune möglich, wenn man noch etwas mehr machen möchte als nur Umkonvertieren oder Herunterladen von Videos ? 
Alle die Urlaubsfotos gemacht haben und sich diese nach dem Urlaub mal anschauen wollen wird schnell auffallen, dass das reine Anschauen von den, dank Digitalkameras, immer mehr werdenden Fotos schnell sehr langweilig werden kann. 
Aus diesem Grund fangen die meisten an irgendwann zu jedem Foto eine Geschichte zu erzählen und verlieren sich meistens in Details, so dass das Anschauen noch länger dauert oder gar nicht erst zu Ende geführt wird. 
Eine Abhilfe könnte hier eine Diashow schaffen, die mit Hilfe von Bewegung und Ton versucht die Geschichte des Bildes und somit des Urlaubs besser rüberzubringen. Dazu hat Neptune mit dem Videoeditor Kdenlive ein sehr mächtiges Werkzeug mit an Board, dass eben hier sogar einen speziellen Assistenten bietet der es einem ermöglicht auf einfachste Art und Weise eine bewegte Slideshow zu erstellen. 

Einzig den Soundtrack für die Tonspur muss man noch manuell passend zu der Slideshow auswählen und hinzufügen. Kdenlive bietet hier eine gute visuelle Ansicht der Tonspur, so dass auch präzise Schnitte möglich sind. Wie wäre es z.B. neben der Slideshow noch ein kleines lustiges Video mit dem Spruch des Urlaubs, den man rein zufällig als Video aufgezeichnet hat, einzufügen. 
Dazu müsste man natürlich die Hintergrundmusik kurz leiser machen und dann wieder lauter weiterlaufen lassen. Natürlich sollte dies nicht abrupt passieren sondern schön weich durch langsames Aus- und Einblenden.
Kein Problem dass alles kann Kdenlive ohne große Probleme direkt machen. Keyframes, mehrere Spuren, Übergangseffekte, Farbkorrekturen gehören genauso zum Bestandteil von Kdenlive wie eine sehr gute Exportmöglichkeit der Videos in alle gängigen Formate. 



Dies kann natürlich Anfänger etwas überfordern, deshalb gibt es auch eine deutschsprachige Kdenlive Videoanleitung extra für Neptune Nutzer, die Grundlagen vermitteln aber auch fortgeschrittenere Tipps und Tricks rund um Kdenlive bieten. Dazu gehören z.B. das Klonen eines Menschen im Videoschnitt, Kinoflair in einen Film bringen, Online Ressourcen einbinden und und und. 





Wer noch mehr zu Kdenlive erfahren möchte und auch mal die Sicht eines Videoschnittprofis zu Kdenlive hören will dem kann ich nur die RadioTux Sendung April 2014 empfehlen.
Wer sein Video fertig geschnitten hat will es sich natürlich auch ansehen. Hier bietet Neptune natürlich auch einen der besten Videoplayer an die der Markt zu bieten hat, VLC. 




Der VideoLan Client spielt eigentlich alles ab was man ihm so in den Rachen wirft. Sei es ein hochauflösendes Video in 10Bit oder eine alte Handyaufnahme die man noch mit seinem Klapptelefon gemacht hat. Videos mit mehreren Tonspuren oder auch Untertiteln sind allesamt kein Problem für diesen Player. Selbst Youtube Links kann er verarbeiten und das dazugehörige Video abspielen. 


Im Videobereich bietet Neptune alles was das Herz begehrt. Von einfachem Videos von Online Portalen besorgen über Umkonvertieren von Videos bis hinzu Videoschnitt ist alles geboten. 
Und natürlich kann man sich die fertig geschnittenen Videos im Videoplayer VLC dann auch direkt anschauen. 


Im nächsten Teil werfen wir einen Blick darauf wie es im Audiobereich bei Neptune aussieht. 

Warum man sich Neptune unbedingt mal anschauen sollte (Teil 1)

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Linux Distribution Neptune, die unter anderem auch von mir mit entwickelt wird und vor kurzem in der Version 4.0 erschienen ist.
Ich versuche hiermit darauf einzugehen, warum Neptune so spannend ist und weshalb man es sich unbedingt mal anschauen sollte, auch wenn man eigentlich meint alles in Sachen Linux Distributionen schon gesehen zu haben.
Neptune gehört zur großen Familie der Linux Distribtutionen, von denen es zahlreiche gibt und jedes Jahr neue hinzukommen. Linux Distribtutionen sind im Grunde nichts anderes als Softwarezusammenstellungen rund um das Betriebssystem Linux und ausgestattet mit reichlich Software meist aus dem Freie Software oder Open Source Bereich.
In den Anfangszeiten von Linux waren diese Distributionen nicht so zahlreich, weil es recht komplex war diese zu Erstellen und das Internet als Medium der Distribution eigentlich nicht zu gebrauchen war, wegen der langsamen Geschwindigkeit. Also wurden die meisten Distributionen auf CDs gepresst und verkauft. Die Zeiten von Software die auf CDs oder DVDs verkauft wird ist aber dank der schnellen Internetleitungen so langsam vorbei. Heutzutage werden Distributionen übers Internet weltweit verteilt.

Die Erstellung von Distributionen ist zudem mit der einhergehenden Standardisierung der Linux Kernkomponenten (also alles das was zu einem vollständigen Linux Desktop System zu gehören hat) auch deutlich vereinfacht worden, so dass heutzutage eigentlich jeder mit etwas Technikverstand relativ einfach eine Linux Distribution zusammenbauen kann. Ja man könnte fast schon von einem Boom dieser Distributionen sprechen. Interessant ist hierbei aber zu beachten, dass die meisten dieser neuen Distributionen auf Basis einer bestehenden alten Distribution zusammengebastelt wird. Die Aufgabe für einen einzelnen oder eine Schaar von Leuten eine komplette Distributionen von Null an aufzubauen ist eben sehr mühselig und entspricht nicht der Motivation der meisten die eine Linux Distribution erschaffen.
Nach dem Motto der Freien Software Bewegung möchten die meisten dieser Ersteller einige Dinge ihrer Lieblingsdistribution einfach nur anpassen, besser machen, verändern. Und dies ist am einfachsten indem man sich einfach nimmt was schon da ist und es eben nach seinen wünschen anpasst. So ist auch Neptune geboren worden.
Anfangs noch als Karnevalsnachwirkung entwickelte sich Neptune dank des Feedbacks der Community zu etwas größerem. Es wurde experimentiert es wurde gelernt, man hatte Spaß und entwickelte fröhlich gemeinsam an etwas neuem herum. Richtig ernst wurde es um Neptune als sich 3 Informatikstudenten (einer von denen war ich) fanden und aus Neptune ein Studienprojekt machten.

Es war das erste mal, dass Neptune mehr war als eine Experimentierwiese für neue Software oder Softwaretechnologien. Wir traten mit konkreten Ideen an Probleme die Studenten an unserer Uni hatten zu lösen und setzten vor allen Dingen auf den Punkt: "Ein System immer und überall in seiner Tasche auf einem USB Stick. Einfach an einen Rechner anstöbseln und man kann auf seinen gewohnten Desktop booten." Diese Idee führte zu der Entwicklung von zahlreichen spannenden Tools in Neptune, die das Arbeiten als Live System vom USB Stick mit der Möglichkeit des Speicherns all seiner Daten auf diesen Stick verband. Natürlich war diese technische Entwicklung fest verbunden mit der Ästhetik der Distribution. Wir wussten von Anfang an, dass Nutzer dieses System nur nutzen würden, wenn der Desktop nicht nur funktional ist, sondern auch sehr gut aussieht. Also entschieden wir uns damals für KDE als Desktopumgebung, da es einerseits sehr viel Funktionen mit sich brachte und andererseits sehr gute Anpassbarkeit und Individualisierung erlaubte.
Natürlich wollten und wollen wir uns immer noch abheben von den meisten anderen Linux Distributionen die ebenfalls einen KDE Desktop ausliefern. Dazu haben wir vor allen Dingen das Aussehen sowie einige andere Änderungen an der Standardkonfiguration durchgeführt. Sicherlich kann man die auch bei jeder anderen Distribution genauso durchführen, allerdings benötigt dies Zeit und Erfahrung, wo nun welche Checkbox und welcher Knopf gedrückt werden muss um ein bestimmtes Aussehen oder Verhalten zu bekommen. Neptune gehört heutzutage zu einer der wenigen Linux Distributionen mit KDE Desktop die einen vollständig vorkonfigurierten Desktop mit sich bringen, der nicht nur funktional sinnvoll konfiguriert ist, sondern auch ästhetisch zu gänzen weiß.
Der klassische Desktop steht dabei im Vordergrund, also eine Arbeitsfläche die darauf ausgelegt ist mit Tastatur und Maus bedient zu werden und dessen zentrales Hauptaugenmerk auf Dateien und Dateiverwaltung liegt. Die Dateiverwaltung mittels des besten Dateimanagers, den man in der Linux Welt finden kann, Dolphin, wird ergänzt durch Zusatzfunktionen, die das Arbeiten mit Dateien, wie Komprimieren, Versenden per Mail, Umkonvertieren, Brennen, Drucken, Verschlüsseln, ermöglicht.

   

Der klassische Aufbau bestehend aus Symbolen, einem Panel mit offenen Anwendungen als Tasks gruppiert ist ebenso der ideale Desktop für Umsteiger von anderen Betriebssystemen wie Windows oder OS X. Bewährte und bereits gelernte Bedienelemente und Bediengewohnheiten müssen nicht neu erlernt werden, sondern können nur mit der enormen Funktionsvielfalt und neuen Programmen ergänzt werden.
Das Herumexperimentieren und Spaß haben am verändern der Oberfläche und Anpassen der Gewohnheiten soll einem nicht vom Arbeiten abhalten. Somit gehört der von uns vorkonfigurierte KDE Plasma Desktop zu einen der besten Desktoperfahrungen die man in der Personal Computer Welt bekommen kann.

All diese Konzepte die wir anfänglich für Informatikstudenten entwickelt haben (zusammen mit ein paar für diesen Fachbereich spezifischen Programmen) passen auch hervorragend auf andere Anwendergruppen und haben dazu geführt, dass wir unsere anfängliche Zielgruppe stark erweitert haben um Technikinteressierte bis hin zu blutigen Anfängern, die sich einmal ihr System einrichten lassen und es dann Stück für Stück erlernen und erleben wollen.
Um diese neue Zielgruppe auch gut erreichen zu können und diese auf den Geschmack von Neptune zu bringen musste auch eine Werbestrategie entwickelt werden. In dem Markt der immer mehr wachsenden Linux Distributionen, bei denen auch einige nur eine kurze Lebenszeit haben, ist es wichtig das Interesse und das Vertrauen der potentiellen Zielgruppe zu gewinnen. Getreu dem Motto Bilder sagen mehr als tausend Worte, war uns aber ein werben mit Screenshots und Featurelisten in Text Form nicht genug.

Die Werbeindustrie hat es vorgemacht. Mit einem coolen Beat und bewegten Bildern fängt man die Leute am besten ein. So entschlossen wir uns einer der ersten Linux Distributionen zu werden, die mit Werbefilmchen ihre Distribution vorstellen.

   

 Die Erfahrung aus den Werbefilmchen und das enorme Interesse der Zielgruppe, selber Hand anlegen zu können und eigene Filme zu schneiden führte dazu, dass wir entschließen auch einen starken Punkt auf Multimedia in unserer Distribution zu legen. Bis heute bietet Neptune das beste was die Free Software und OpenSource Welt zu bieten hat, wenn es darum geht eigene Filme zu schneiden oder einen eigenen Soundtrack zu generieren.

mehr zu diesem letzten Punkt wird es in den folgenden Teilen geben.

Sysctl Tweaks die wirklich helfen

Ich schwärme ja seit einiger Zeit über ein paar sysctl Tweaks für Linux die wir unter anderem in Neptune verwenden um so den Speed zu erhöhen. Zudem setze ich die gleiche Konfiguration auch auf meinen Linux basierenden Smartphones / Tablets ein und kann dadurch auch bei älteren Geräten mit etwas weniger Speicher mehr Geschwindigkeit herausholen. Immer wieder werde ich auch nach der Konfiguration gefragt und möchte diese aus diesem Grund hier einmal posten.

#sysctl.conf file
#
#############################
## Battery life tweaks #
#############################
vm.dirty_writeback_centisecs=3000
vm.dirty_expire_centisecs=500
#
#
#############################
## CPU tweaks #
#############################
#
## Queue size modifications
net.core.optmem_max=20480
net.unix.max_dgram_qlen=50
#
## Net Core Settings
## Location: /proc/sys/net/core
net.core.wmem_max=524288
net.core.rmem_max=524288
net.core.rmem_default=256960
net.core.wmem_default=256960
#
#############################
## VM & Filesystem tweaks #
#############################
fs.lease-break-time=10
#fs.file-max=65536
vm.overcommit_memory=1
vm.min_free_order_shift=4
vm.block_dump=0
vm.oom_dump_tasks=1
vm.page-cluster=0
#
#############################
## Net Speed tweaks #
#############################
#
## UnderUtilized Networking Tweaks below as recommended by avgjoemomma (from XDA)
net.ipv4.tcp_congestion_control=cubic
#
# # Hardening the TCP/IP stack to SYN attacks
net.ipv4.tcp_syncookies=1
net.ipv4.conf.all.rp_filter=1
net.ipv4.conf.default.rp_filter=1
net.ipv4.tcp_synack_retries=2
net.ipv4.tcp_syn_retries=2
net.ipv4.tcp_max_syn_backlog=1024
net.ipv4.tcp_max_tw_buckets=16384
net.ipv4.icmp_echo_ignore_all=1
net.ipv4.icmp_ignore_bogus_error_responses=1
net.ipv4.tcp_no_metrics_save=1
net.ipv4.tcp_fin_timeout=15
net.ipv4.tcp_keepalive_time=1800
net.ipv4.ip_forward=0
net.ipv4.tcp_moderate_rcvbuf=1
net.ipv4.route.flush=1
net.ipv4.udp_rmem_min=6144
net.ipv4.udp_wmem_min=6144
net.ipv4.tcp_rfc1337=1
net.ipv4.ip_no_pmtu_disc=0
net.ipv4.tcp_ecn=0
net.ipv4.tcp_sack=1
net.ipv4.tcp_fack=1
#
# Don't accept source routing
net.ipv4.conf.default.accept_source_route=0
net.ipv4.conf.all.accept_source_route=0
#
# Don't accept redirects
net.ipv4.conf.all.accept_redirects=0
net.ipv4.conf.default.accept_redirects=0
net.ipv4.conf.all.secure_redirects=0
net.ipv4.conf.default.secure_redirects=0

####################################
## previous Neptune tweak settings #
####################################
# Set swappiness to very low - Try to use as much memory as you can before swapping
vm.swappiness = 26

# Controls the tendency of the kernel to reclaim the memory which is used for
# caching of directory and inode objects. - Prefer to clear dentry and inode caches
vm.vfs_cache_pressure = 10000

# Contains, as a percentage of total system memory, the number of pages at which a
# process which is generating disk writes will itself start writing out dirty data.
vm.dirty_ratio = 10

# Contains, as a percentage of total system memory, the number of pages at which
# the pdflush background writeback daemon will start writing out dirty data.
vm.dirty_background_ratio = 5


Wichtig hierbei ist der Wert vm.swappiness der in diesem Fall für 1-2 GB RAM auf 26 steht. Habt ihr mehr RAM könnt ihr dementsprechend das ganze herabsetzen. Es zuweit herabzusetzen würde ich allerdings nicht empfehlen.

Neptune 2.0 Beta auf 3.2 aktualisiert

Mein Neptune Build System läuft ja seit Jahren auf Basis eines Neptune 2.0 Beta, dass ich Schritt für Schritt auf die neuste 32-Bit Variante, also Neptune 2.55, aktualisiert habe. Nun nachdem wir aber schon bei Neptune 3.2 sind, welches nur noch 64-Bit unterstützt, habe ich mir gedacht nun sollte ich auch endlich das Upgrade wagen. Gesagt getan. Da ich üblicherweise meine Rechner immer mit zwei Partitionen austatte, einer System und einer Home Partition, war es nicht sehr schwer einfach die System Partition zu überschreiben.
Da ich noch eine zweite HDD neben meiner schnellen SSD im Laptop stecken habe entschloss ich mich die System Partition auf die HDD zu sichern. Glücklicherweise besaß die HDD auch Bereits 2 Partitionen, da die SSD auch erst vor knapp einem Jahr in Betrieb genommen wurde und daher die Systempartition damals von HDD auf SSD wanderte. Das Sichern auf die HDD brauchte natürlich etwas länger als die die Installation später auf die schnelle SSD, aber das kann man sich ja denken.

Zum Sichern der Systempartition habe ich kein dd oder sonstwas verwendet sondern einfach ein rsync -av <quelle> <ziel> . Danach war ein Neustart vom Live USB Stick von Neptune 3.2 nötig um dort die Installation anzustoßen. Hier wählte ich dann aus das die System Partition auf SSD formatiert werden sollte und dass ich gerne meine vorhandene Home Partition auf der SSD verwenden möchte.

Neptune Installer

Die Installation war dann in 5 Minuten fertig und ich konnte das neue System booten und war erstaunt, wie reibungslos das alles lief. Meine ganzen KDE Einstellungen von 4.9 wurden anstandslos in 4.10 übernommen. Lediglich kwalletd musste ich manuell anstoßen, damit der meine digitale Brieftasche öffnete um die Passwörter für die Mail Konten Akonadi mitzuteilen. (Hinweis: Ja ich benutze KMail anstand Icedove)

Insgesamt also ein gelungenes und sehr schnelles und einfaches Update. Ein paar Programme muss ich noch nachinstallieren, aber alles in allem bin ich doch erstaunt wie einfach es ist, wenn man eine seperate Home Partition hat, auch von einem 32-Bit System auf ein 64-Bit System zu aktualisieren. Natürlich ist auch die SSD eine enorme Zeitersparnis, bei einer herkömmlichen Festplatte hätte das deutlich länger gedauert.

Haiku Challenge Day 7

On this day I wanted to tweak my system a little bit and show you the tricks I learned in Haiku.
So first of all lets start off with some basic thing. A launcher or launchbar. Haiku has launchbar called launchbox which contains some applications preconfigured. It stores that shortcuts in a window called pad. You have the possibility to add new pads with different applications and you can just simply change the layout to horizontal or vertical. New items can be placed with a right click aswell and you can even set the icon size.

LaunchBox

A more mac like dock is BeDock. It allows you to create launchers and they also work as switchers so that you can switch to already open windows. But BeDock comes with a naked configuration so you need to configure apps and icons for apps yourself. You definitely need an icon for every application otherwise it won’t add it to the dock. But as BeDock is still beta and a new version seems on its way I guess that can be overlooked as all the other features like zooming in when hovering an item and configuration settings are pretty nice features.

BeDock

Of course there are other more classical and more native feeling applications like Dockbert and you always have the possibility to move the deskbar around the screen and create a more classical windows like look.

Deskbar placed on the bottom

Trying out Haiku for one week made me familiar we a bunch of cool hidden features (or at least not directly visible ones).
One example would be the terminal. It has a pretty nice feature which allows you to open up files and folders directly or copy their paths. Its a pretty nice feature if you searched for a file in the terminal and want to quickly take a look at its contents, or to open a folder very quickly. It also supports urls. All you need to do to activate this feature is holding the ALT key and hovering over the paths or urls. With a right click it reveals a menu.

Terminal holding ALT and right clicking on path

There are other handy features like quickly opening up a terminal in a folder by just pressing META (Super/Win) + ALT + T or quickly setting the background of a folder or the desktop (when the desktop is in focus) by pressing META + ALT + B.
If you want to search for a text inside a file you can use META + ALT + G. If you want to search for a file ALT+F.
A query can be edited by pressing ALT+G while the query window is open.

If you want to set shortcuts on your own there is the shortcut application available which allows you to set various shortcuts for applications and save them so that you can even share those shortcuts if you like.

Shortcuts

There are dozens of other cool shortcuts available which can make life a little bit easier.
What I didn’t mention in my earlier posts was how to kill frozen applications. This is because I never really had freezing applications on my tests. But there is always the possibility to use the ProcessController in the deskbar to locate and kill the application. A way cooler trick is using the vulcan-neck-shortcut CTRL + ALT + SHIFT and then clicking on the app entry in the deskbar.

Conclusion
After one week of using Haiku I really fell in love with it. You can find cool new applications or simple but powerfull little things in the system that make you think Yeah this is really something they thought of like the little icon in every top right corner of the file manager which can be used to drag the current folder anywhere you want to copy, link or move the folder wherever you like. The possibility to right click on the window border to resize it or left click to move the window. These are all things that show me that this system and all its features are really build with love.
All in all I think I will stick with Haiku on my Laptop regardless of the not really 100% ready webbrowser or the mail client which still needs some love. I will continue to explore new features and try out new applications on the journey towards Haiku Beta 1 and then R1.
You can come on board too if you want by just grabbing the latest nightly or alpha version if you like. Thats all for this little Haiku Challenge and I hope you enjoyed reading this little series of articles.