Das Jolla Tablet schlägt sie alle

Da ich einer der stolzen wenigen glücklichen bin die ein Jolla Tablet ergattern konnte und es jetzt schon mehr als einen Monat benutze, habe ich mich mal dran gesetzt das Jolla Tablet mit meinen anderen Mobilgeräten zu vergleichen und möchte in diesem Artikel davon etwas berichten.

Natürlich liegt nichts näher das Tablet mal mit dem anderen einzigen Jolla Gerät zu vergleichen, dem Jolla Phone. Alleine schon die nackten Daten sprechen hier klar dafür, dass das Jolla Tablet das Phone in die Tasche stecken müsste. In der Tat kann man das bei Alltagsaufgaben durchaus auch so sehen. Das öffnen von Programmen, Laden von Webseiten oder auch simple Multitasken läuft um einiges schneller ab als auf dem Smartphone. Wobei letzteres also das Multitasken wirklich eines der Dinge ist, die auf beiden Geräten sehr gut gelungen ist und hier geben sich beide Geräte trotz des doppelten Speichers im Tablet mit 2 GB nicht wirklich viel. Mir ist nicht sonderlich aufgefallen, dass man mehr Apps auf dem Tablet starten kann als auf dem Smartphone.




Einziger Unterschied macht hier das starten von Android Anwendungen. Dies kommt generell bei mir etwas seltener vor, aber wenn man es mal macht laufen diese Anwendungen nicht nur viel flüssiger auf dem Tablet, sondern man hat in Sachen Multitasking auch weniger Probleme mit Anwendungen die wegen Speichermangels im Hintergrund geschlossen werden.
Ein wesentlicher Punkt bei dem das Jolla Tablet aber nach wie vor immer noch zurück fällt ist die Appauswahl an anderer stelle. Die nativen Apps.

Das Jolla Tablet bietet nur einen Bruchteil von Apps die man auf dem Smartphone finden kann. Hauptgrund ist nicht etwa die andere Auflösung des Bildschirms, sondern schlichtweg eine Plattformgeschichte. Das Smartphone setzt auf einen ARM Chip und das Tablet auf einen X86 Intel Prozessor. Dies bedeutet das die fertigen Paketdateien vom Smartphone nicht einfach auch auf das Tablet gepackt und installiert werden können.
Man muss die Apps extra für die x86 Architektur neu kompilieren und erhält neue Paketdateien für das Tablet. Das geht im Prinzip recht einfach mit dem SailfishOS SDK, jedoch haben das nicht alle Entwickler gemacht.


Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Einige Apps werden evtl. gar nicht mehr aktiv weiterentwickelt, andere Entwickler scheuen sich davor eine Tablet App herauszugeben ohne ein Tablet zum Testen zu haben. Der im SDK mitgelieferte Emulator hilft auch nicht immer weiter, da die hohe Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln des Tablets auf den meisten PC Monitoren nicht erreicht werden kann und so die virtuelle Maschine herunterskalieren muss, was nicht immer hilfreich ist um zu schauen ob eine App vernünftig skaliert.

Neben dem Display bringt das Jolla Tablet, das erste mal in einem offiziellen SailfishOS Gerät, Stereo Lautsprecher mit. Die sind, wenn man das Tablet im Hochformat vor sich hält, auf der unteren Rückseite angebracht. Eigentlich eine Designschwäche, da der Sound durch flaches aufliegen auf einem Tisch oder Bett stark gedämpft wird. Jedoch ist gerade das LastuCase für das Tablet eines, dass zumindest das direkt Aufliegen flach auf eine Tischplatte verhindert und so die Dämpfung verhindert. Ganz im Gegenteil, wird das Tablet auf eine Holzplatte gelegt wird diese dann durch Schwingungen sogar zu einem kleinen Bassverstärker für die zwei Lautsprecher.



Damit gelingt ein ziemlich guter Sound der aus den zwei Lautsprechern tönt.
Der Sound schlägt nicht nur den kleinen Lautsprecher des Jolla Phones, sondern auch andere kleine Lautsprecher, wie beim Nexus 5 z.B.
Die Lautsprecher können mit denen des BlackBerry Playbooks mithalten, auch wenn diese mit der Frontanordnung links und rechts (bzw. oben und unten) deutlich besser platziert sind und einen etwas besseren Bass liefern.
Nicht geschlagen werden können jedoch die hervorragenden BlackBerry Passport Lautsprecher, die einfach in einer Qualitativ anderen Liga spielen.



Vergleicht man das Tablet bei Alltagsaufgaben mit dem BlackBerry Playbook fallen einem sofort die schnelleren Ladezeiten auf. Das ist auch nicht sonderlich verwunderlich, da dass BlackBerry Tablet ja auch schon etwas älter ist. Aber es zeigt auch grundsätzlich, auch im Vergleich mit dem BlackBerry Passport oder dem Nexus 5, dass der x86 Intel Atom Prozessor immer noch die Nase vor den meisten ARM Chips hat.

Alles in allem schlägt das Jolla Tablet in Sachen Leistung alle meine bisherigen Mobilgeräte. Es bietet also ausreichend viel Leistung obwohl das Tablet ja im inneren schon mehr als 1 Jahr alt ist.
Es ist zwar nicht in der Lage, selbst meine Mobilgeräte, in Grund und Boden zu schlagen, jedoch ist die Performance die dass Gerät liefert sehr ordentlich.

P.S: In diesem Test nicht berücksichtigt wurde die Akkulaufzeit. Diese ist beim Tablet durch des relativ kleinen Akkus nicht gerade berauschend. Gepaart mit dem sehr hochauflösenden Display kommt man so bei normaler Nutzung gerade so über den Tag.